Vergebung - Eine Kunstform, über die sich schon Generationen über Generationen auf dem Erdkreis Gedanken machen. Gibt es sie und wie oft gibt es sie? Hat sie Bestand und besteht sie auch im Freundeskreis? Wir wissen es nicht, was Freunde mit Vergebung zu tun haben. Etwas zu vergeben, bedeutend einen Wahnsinn abzulegen, eine Manie um genau zu sein. Wie mannigfaltig sie sich doch gebärdet und wären wir noch dieselben ohne ihrem Anspruch? Wir wissen es nicht. Vergebung gibt es, seit Menschen davon reden und doch ist es nur die halbe Wahrheit, denn zu einer Vergebung gehören immer zwei. Man kann ignorieren, freilich, man ist ja auch ein Ignorant; in vielem freilich! Kann man dieser Ignoranz Herr werden? Man kann auch damit beginnen, den Anderen zu verstehen. Verständnis zu zeigen, Sanftmut aufzubringen, wo man sonst eigentlich von dem Wort her, wenig Mut hat. Sanft ist gerade mal der Grad der Abneigung. So ist das Leben, aber Vergebung statt Vernichtung? Vertrauen, statt Verzeihung? Was wäre wenn, ist die Devise dieser Art, dieser Kunst. Sind wir wieder gut? Im Kindesalter, kein Problem, da reicht Einer dem Anderen schlichtweg die Hand und sagt, wir träumen jetzt wieder. Ja, warum nicht, nicht? Wir haben dieses Verständnis von Traum, von Szene und der theatralischen Diabolik. Es sei denn, einer zieht das weiße Taschentuch und wischt sich die Tränen vom Gesicht. Das ist das Zeichen für Frieden. Ja, Freiheit vom Zwang der Unterdrückung durch einen Wortwechsel, den niemand so unterschrieben hat. Man hat ja das nie gesagt. Das nicht und das Andere auch nicht. Etwas zurücknehmen, was man gesagt hat, ist kein Unterpfand von Verständnis, aber doch von Einigung. Am Ende bleibt ein Wort in der Reminiszenz übrig. Das wäre mal ein Anfang von dem was wir erkennen, wenn wir vergeben. Vergeben ist also keine Kleinigkeit, sie ist der Mühlsal der Geduld. Niedertracht aber, ist das Gesicht eines Scheusals, wo dieses sich zur Rache anschickt, kurzum zur Konsequenz, wo Worte nicht mehr reichen. Abwendung, Handel, bis man es erlernt hat, wieder zu vergeben wie in der Kindheit, wo man sich die Hand als Unterpfand darreichte, ohne dass diese etwas erhielt, was greifbar war. "Euer Herz beunruhige sich nicht und verzage nicht." Joh 14,27 Gottes Liebe ist die Beste, die möglich ist. Sie ist für alle Menschen, dieselbe.

Ein interessanter Aspekt ergibt sich natürlich im Kontext der leeren Krippe vor der Christmette. Man hat eine Situation wie am Grab Jesu. Andererseits auch, die Situation, dass Maria die einzige Frau in der Krippe war, während die andere Maria, die Einzige am Grab Jesu war und dieses leer vorfand. Weihnachten gedenken wir dem einzigsten Tag in der Menschheitsgeschichte, an dem Gott im Schoß der Jungfrau ein Mensch wurde. Dieser Geburtstag, dieses Fest zu dem viele geladen sind, hat die gesamte Zeitrechnung verändert und sie hat den Menschen verändert, denn seit dieser Erkenntnis wurde alles erkannt. Man kann damit auf den Himmel hoffen, an dem Geburtstag Festmahl halten.