Es gibt sehr viele Ideenlehren, von Plato abgesehen, aber sie ist ein Beispiel. Jede davon ist relativ zur Realität oder zum bevorstehenden Ereignis. Sterben wir, so bleibt eine Plattitüde und drei Minuten später ist unsere Gedankenwelt vergessen und niemand wird sich mehr an sie erinnern. Wie viel wir vom Leben hatten, wie reich wir waren oder sind. All das ist, wie Kohelet sagt, Windhauch. Haben wir auch die Grenzen getestet, so mahnt uns nun die Schwelle hin zur Ewigkeit. Freilich, wir sind insofern wir griechisch anmuten, auch zu einem guten Teil Epikureer. Wir vergessen, was vor uns ist, oder was nach uns war. Wir sind ein Ereignis, das man Leben nennt. Silhouetten geben uns der Wahrheit preis und Schatten lenken die Blicke ab. Grüßen sie uns, so grüßen sie Gott, wo ihn doch noch niemand gesehen hat. Niemand weiß von dieser Schwelle der Ewigkeit hin zu sagen, dass sie gut ist, oder gelungen und so blicken wir voller unbehagen hinab vom Baum der Erkenntnis zwischen Gut und Böse. Was aber, wenn wir unter seine Wurzel geraten? Jene Sicht, die uns der Limbus verrät, der ein steter Fall ist. Jesus sagt nicht, ich bin der Baum des Lebens, sondern er sagt, ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Was ist eine Rebe mehr als eine Wurzel, ein Strang und eben diesen nahm sich Judas, der an diesem Gleichnis zerbrach. Man wirft diesen Strang, diese Rebe ins Feuer. Was macht man sonst mit alten Reben? So sagt Jesus: Was seid ihr hinausgegangen zu sehen? Wolltet ihr ein Schilfrohr sehen, das der Wind hin und her weht? Das ist, wie Kohelet sagt, Windhauch und habt ihr die Liebe gesehen, durch euer Herz, wie in einem Garten die kostbarste Pflanze? War sie der Baum der Erkenntnis von Gut und Böse oder war sie der Baum des Lebens, an dem man sich nährte? Antoine de Saint-Exupérys mutmaßt: „Die Zeit, die du für deine Rose verloren hast, sie macht deine Rose so wichtig“. Nun, auch wenn kein Gift in ihr ist, mag sie dennoch wenige zu nähren, doch das Buch der Rosenheiligen ist voll. Was hat die Rose mit dem Weinstock gemein? Ihre Blätter sind karg gegenüber denen an der Rebe, also weniger bekömmlich. Insgesamt, ist die Rose nicht mit der Rebe zu vergleichen, doch als Indikatorpflanzen sind sie im Weinberg willkommen, da sie vor Mehltau als ein Frühwarnsystem gelten. Jesus spricht von den Arbeitern im Weinberg und dennoch sagt er: ihr seid die Reben. Die Arbeit an den Reben ist ein stetes einstricken der Blätter, damit sie nicht zu Boden hangen; ihre Frucht daran gedeihen kann. Bereits mit vier Jahren lernte ich die Arbeit im Weinberg, eine sehr anstrengende Tätigkeit und obwohl ich noch sehr jung war, habe ich mir alles gut eingeprägt. Man muß wirklich danach fragen, welche Frucht denn der Baum des Lebens bereit hält, hingegen dem Baum der Erkenntnis, der leer ausgehen lässt, so wie Jesus den Feigenbaum verfluchte, der ihm keine Frucht bot. Ebenso kann er sagen, diese oder jene Rebe bot mir keine Trauben, keine Frucht. Das ist die Frage an den Winzer.
"mein Vater ist der Winzer" Joh 15,1 Wirft er alle alten Reben ins Feuer oder nur die, welche keine Trauben mehr hervorbringen? "Der Weingärtner erwiderte: Herr, lass ihn dieses Jahr noch stehen; ich will den Boden um ihn herum aufgraben und düngen. Vielleicht trägt er doch noch Früchte; wenn nicht, dann lass ihn umhauen." Lk 13,8-9 und dann redet dieser Weingärtner aber eigentlich vom Feigenbaum und Jesus verfluchte einen Feigenbaum, eben weil er ihm keine Frucht bot. (Mk 11,12-14) Also was macht er jetzt mit den alten Reben? Da sagt er "In Ewigkeit soll niemand mehr eine Frucht von dir essen." Mk 11,14 Nur weil er dann als er vorbei kam, der Vorsehung nach keine Frucht an ihm fand. Die Vorsehung ist hierbei, der Zunder. Die Vorsehung ist quasi, was der Herr in seiner unendlichen Güte vorbereitet hat, wobei er dann einfordert, dass wir ihm den Weg bereiten. Vgl. Johannes der Täufer. Wenn wir ihm also diese Vorsehung damit vergelten, dass wir seinen Diener fortjagen, vgl. Das Gleichnis von den bösen Winzern Mk 12,1-12- "Die Winzer aber sagten zueinander: Das ist der Erbe. Auf, wir wollen ihn töten, dann gehört sein Erbgut uns." Mk 12,7 dann versagen wir den Trost, die Wahrheit. Die Frage ist weiter: "Was wird nun der Besitzer des Weinbergs tun?" Mk 12,9 vgl. "Mein ist die Rache, ich werde vergelten, spricht der Herr." Röm 12,19 und dann sagt er da noch "Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, er ist zum Eckstein geworden;" Mk 12,10 und dann hat man "Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan." Mt 25,40 Also, das ist alles der Lohn der Sünde, dass wir der Vorsehung Gottes nicht genügend Achtung geschenkt haben, in den Zügen unseres Lebens!