Limbus als das Reich der Toten, wobei erst mit der Menschwerdung Christi eine Erlösung möglich wurde. Jesaja verkündete bereits 500 Jahre vor Christus dessen erscheinen und beklagte ebenso: "Die Vernichtung der ganzen Welt ist beschlossen." Jes 28,22 und dann wurde die neue Schöpfung daraus gemacht. Das heißt, Naturphilosophie des Alten Testamentes mit der Verkündigung des Himmelreiches im Neuen Testament und so meint Nietzsche, dass nach einem dionysischen Zeitalter ein apollinisches folgt, quasi. Wahrscheinlich wie ein Pendel der dieses Ereignis der Menschwerdung Christi an sich zieht. Vor Christus, alle im Limbus, nach Christus oder mit Christus; wie Stephanus sagt: Ich sehe den Himmel offen. Er hat das Leiden Christi darin vervollständigt, um das wahrscheinlich zu bekräftigen und wir feiern ihn als den ersten Märtyrer der Kirche. Aber Gott geht halt so damit um, dass er deutlich macht, dass auch Christus am dritten Tage auferstanden ist von den Toten; also aus dem Reich der Toten zurückkehrte. Er als Gott, der alle an sich zieht, die an ihn glauben und er hat halt dann nur denjenigen geholfen, die an ihn geglaubt haben. Also erst mit dem Glauben wurde die neue Welt errichtet.
Licht, Limbus - Gottferne. Im Mittelalter galt die Sonne als christozentrische Wesenheit. Die christliche Lehre erstreckt sich dabei weit und der Widersinn dabei ist der Limbus als die Gottferne, also dort wo kein Licht ist, sondern nur die Finsternis der Finsternis.
Adam und Eva hatten den bloßen Willen zur Pflanze. Den hatte aber Jesus auch, als er den Feigenbaum verfluchte und dann die Frage, ob man von Disteln Feigen ernten kann. Adam und Eva hatten noch den bloßen Willen und dann war der Wille verdeckt, als sie erkannten, dass sie nackt waren; sie erkannten ihre Blöße. Sie fanden sich in der Gewissheit wieder. Ist das nicht eine Art von Glaube, der aufgrund von Wissen da ist, verdeckt und doch entblößt. - Vom Baum der Erkenntnis ist gegessen worden, alles ist bekannt. So sind wir Menschen, wir sind bekannt oder wie Paulus sagt: "dann aber werde ich durch und durch erkennen, so wie ich auch durch und durch erkannt worden bin." 1 Kor 13,12 oder im Vergleich dieses Reims:
Und da erkennt man halt, dass die Natur finster ist; schwarz von schwarz, ein Limbus. Eine Gottferne ist die Natur und das kann man verinnerlichen. Der Mensch musste also wider die Natur geraten, nachdem er durch die Erkenntnis der Natur plötzlich nackt war, also ohne Gott.
Also man spricht da nicht vom freien Willen, sondern vom bloßen Willen. Adam und Eva, beide waren nackt. Das nennen wir Naturphilosophie.
Dazu kommt dann Naturehe, Naturrecht.
Man fällt immer wieder auf seine eigenen Gründe zurück. Damit ist der Radius vielleicht: Warum bin ich Mensch? Vielleicht eben wegen der Übernatur, wegen der Besonnenheit, dem Verstand, dem Willen, dem Gedächtnis, kurzum der Seele. Ich bin wegen der Seele ein Mensch, im Gegensatz zu Engeln, die explizit keine Seele haben oder implizit den Tieren, der Natur, die nach Philipp Mainländer am Beispiel der Pflanze nur bloßer Wille ist. Ich würde das nicht so metaphysisch sehen, aber ich glaube die Seele macht uns zu dem, der wir sind, wenn wir sagen wir sind Menschen. Ein Mensch, der mehr ist als bloßer Wille, mehr als eine Pflanze die in den Wolken wurzelt; frei nach Plato.