Ich weiß, dass man nicht alles beichten kann, aber mir gefiel das ganz gut, als ein Priester bei den vielen Beichten die ich schon erfahren durfte, sagte: Wir schließen alles mit ein, bevor er mir die Lossprechung gab. Das Problem ist halt nur, es muss von Herzen gehen, ein ehrliches reumütiges Ablegen, alles was das Herz belastet, so wie bei einer Heiligen Messe, man sein Herz quasi ausschüttet, auf den Altar, bevor die heilige Wandlung, das Opfer Christi vollzogen ist. Eine Gewissensfrage, freilich, aber der Herr kennt das kindliche Gemüt. Ich glaube, es entfernt diesen Splitter im Auge des Nächsten, durch den Balken der das Kreuz Christi prägt. Man soll von den Sünden oder Schwächen der Anderen absehen, wie auch die hl. Therese von Lisieux als Doktor der Kirche gelehrt hat. Die Sünden der Anderen auf sich beruhen lassen und die eigenen Sünden Gott darbringen, mit auf den Altar legen. Der hl. Franziskus mahnte dahin, dass man diese unmittelbare Gnade, die von den Sakramenten ausgeht, man leichtfertig wieder verlieren kann. Ob es sich so verhält, kann ich nicht sagen. Es ist eine Privatoffenbarung und wesentlich erscheint eben nur, wie sich das Glaubensleben damit vereinbaren lässt. Der Splitter, den man gegenüber dem Nächsten im eigenen Auge hat, so wie Jesus sagt und wenn einem der Andere nicht verzeiht, muss man sich eben auch läutern und sich selbst verzeihen können, wenn es soweit ist, um diesen Bund den Jesus erneuert hat, ebenfalls zu erneuern und ihn damit zu ehren. Wann das ist, kann man nicht sagen, es kann Jahrzehnte dauern, bis man dazu bereit ist, zu verzeihen, sich selbst zu verzeihen. Doch es gehört auch zu diesem Flagellanten dazu, sich selber zu quälen, den Stolz obsiegen zu lassen, sich selbst zu bestrafen, den Weg der Gnade sich zu versperren und auf die Hoffnung doch nicht zu verzichten. Es ist ein Geschenk zu vergeben, vergeben zu können, sich selber zu beschenken darin, dass Gott einem zuerst geliebt hat und darauf harren.

Die Bibel erwähnt dabei auch zwei Passagen:

"Ich werde Krankheiten von dir fernhalten." Ex 23,25

"Alle Krankheiten wird der Herr von dir ablenken." Dtn 7,15

Gleichmut; wie ein Arbeiter im Weinberg des Herrn, um dem wahrhaftigen Leben zu genügen.

Gott soll man nicht auf die Probe stellen, es ist ein Anheimstellen, wie das Vaterunser auch; die kindliche Bitte. Die Augen des Herzens hin auf Gott zu richten, welcher der Allernährer ist, der Vater aller, die ihn lieben.

Daraus ist, aus kirchlicher Sicht, auch die Sühne abzuleiten. Die Demut als der Weg des Gleichmutes, hin zum Sanftmut.