"Wir wollen sehen, ob seine Worte wahr sind, / und prüfen, wie es mit ihm ausgeht." Weish 2,17 Da gebraucht Jesus den Passus "Du Heuchler!" Mt 7,5 Wie richtet man also auf? Indem das eigene Herz aufrichtig ist? Wann ist es das? Ja, wenn es liebt; aber ist es dann noch das Herz oder ist es mehr der Verstand, der nach Lücken sucht? Doch ist der Verstand kein Lückenbüßer. So entspricht es mehr einem Logos, aufrichtig zu sein, als der Vernunft, um nicht als Heuchler dazustehen, der ob seiner Worte gerichtet wurde. Eine Weltvernunft des schönen Scheins zu wahren, wider dem Kalkül der Angst und des Zweifels, das gegen den Glauben sich vorlaut brüstet und sind mehr Leute wegen der Liebe in der Hölle oder wegen des Hasses? Das ist freilich eine rethorische Frage, denn was ist Liebe und was ist Hass? Das Unrecht des Zorns bedeutet freilich, den Umstand einer Todsünde, aber ist es nicht mehr eine Hoffart des Limbus, wo man ohne Gott ein Heil fern von ihm sucht. Zorn, du Stilblüte der Verachtung. Was nützt dem Menschen seine Gerechtigkeit, wenn er nie danach fragt? Lauheit ist die Tugend des Verstandes und Torheit die der Vernunft. Der Mensch wird im Schmerz zum Wurm und vielleicht ist das auch der Sinn des Gleichnisses, wo vom Wurm die Rede ist, der nicht stirbt.
Der Satz vom Grunde, mit dem vorangestellten Wert einer Frage, so als gäbe es einen Merksatz von Gründlichkeit. Auf einem alten Grabstein steht: Gottes Wille kennt kein Warum. Das hiesse, Gott kenne keinen Grund. Dies bezeichnet wohl das Anmerken seiner abgrundtiefen Güte, wo er das ganze All erfassen möchte. Im Tierreich, der Natur insgesamt, suchen wir hingegen wohl nach Aspekten des Automatismus von Gründen, weshalb so ein Ding an sich perpetuiert. Hier genau setzt auch Darwin an, wenn dieser von Evolution spricht, dem Maß an Veränderung und doch, gibt es Gründe, die auch hier verborgen bleiben. So hat die Mähne des Löwen sich nicht zurückentwickelt, das Schnabeltier wohl mehrere Gründe und Leierschwänze ihren eigenen Sinn für Prosa. Die Natur ist unfähig sich zu ändern, sie bleibt in der Rolle der Unterwerfung, der Stärkere gewinnt und so bildet sich eine wie auch immer geartete Nahrungskette aus. Die Natur, liebt es sich zu verbergen. Sie will ihre Gründe verborgen halten, so als blicke sie neidisch auf Adam und Eva, welche von Gott Kleidung erhielten. Eine Schlange verführte Adam und Eva, verführte sie zur Flucht oder man kann sagen, dass Angst der Kopf der Schlange wäre. Die Natur mit ihren Gründen war stärker? Die Erkenntnis des Grundes, vertrauter als die Stimme Gottes? Dieser Deus ex machina, diese Maschine, welchen die Natur darstellt, als triebhaftes und verborgenes Wesen des Todes. So frei nach dem Motto: Ihr habt den Grund erkannt, nun werdet ihr aberkannt. Gleich der Gottesanbeterin, welche nach der Begattung dem Männchen den Kopf entreisst und so wie die Schlange im Paradies, stellt die Natur Fallen, bleibt im Verborgenen, denn Gott hatte da keine Richtung, sondern sprach zu Adam, der Eva aus seinem Leibe. Doch ist nicht der Philosoph gerade jener, der nach Gründen fragt? Hier möchte ich sagen, dass diese mehr wie ein Spazierstock wirken, der hier und dort auf Grund stößt, um den Träger abzustützen. Fällt man aber, wo war der Grund? Das Lachen der Thrakerin gibt hier den Anstoß, so als solle sich Thales von Milet nicht überheben. Der Grund sorgt also für Ausgeglichenheit, also Balance und Gott drückt die Hoffart nieder, sonst wären wir wie die Satyre, Bocksgestalten, welche den Grund allzu leichtfertig übereilen. Die Natur stellt also Fallen, doch nur indem sie ihresgleichen erkennt. Nach Empedokles kann Gleiches nur durch Gleiches erkannt werden. Der Mensch erfasst sich allerdings als das Schöne, weil Gott das Gute ist und nur das Gute schön ist.