Was unterscheidet nun eine große Sünde von einer kleinen Sünde? Eva und Adam aßen von einem Apfel. Diese Sünde war so schwer, obwohl sie ganz klein scheint, dass es ausgereicht hat, den ganzen Plan Gottes zu revidieren und zwar mehrmals. Es ist klar, dass Gottes Wille geschehen möge, wie es im Vaterunser heißt, aber genau das erkennen wir auch als einen Fehltritt, wenn wir eigen handeln aber worin läge der Unterschied? Im Herzen etwa? Vermutlich im Verstand, auch wenn das Gewissen was vielleicht nachher kommt, einem warnt. Also, im Nachhinein ist man immer klüger. Das nennen wir das Gewissen, aber welche Vorsicht kennen wir, die uns vor der Versuchung bewahrt? Das Vaterunser? Führe uns nicht in Versuchung? So sagt der hl. Jakobus, der sich selbst als Knecht des Herrn bezeichnete: "Keiner, der in Versuchung gerät, soll sagen: Ich werde von Gott in Versuchung geführt. Denn Gott kann nicht in die Versuchung kommen, Böses zu tun, und er führt auch selbst niemand in Versuchung." Jak 1,13 Er bezeichnete sich als Knecht Gottes, wenngleich Jesus sagte: "Ich nenne euch nicht mehr Knechte; denn der Knecht weiß nicht, was sein Herr tut." Joh 15,15 Das ist ein Widerspruch par excellance! Einerseits bezeugt er das Wirken Gottes, nimmt aber davon Abstand indem er sich als Knecht Gottes bezeichnet, widerspricht also der Freundschaft Jesu in den Worten: "Vielmehr habe ich euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe." Joh 15,15 Hier wird von Jesus ein Unterschied gelehrt von Gott dem Vater und ihm, wo sie doch eins sind. Das kann natürlich eine tiefergehende theologische Betrachtung klären, nur geht es vielmehr darum, wie man der Versuchung entkommt oder sie verhindern kann. Jesus sagt hierzu deutlich und in aller Eindringlichkeit: "Es ist unvermeidlich, dass Verführungen kommen. Aber wehe dem, der sie verschuldet." Lk 17,1 und dann macht er noch auf die Schwere aufmerksam: "Es wäre besser für ihn, man würde ihn mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer werfen, als dass er einen von diesen Kleinen zum Bösen verführt." Lk 17,2 . Das ist mehr, als eine Sühne im Beichtstuhl aufmerksam macht, die man zu den Füßen des Herrn schachtend darlegt. Wer sind diese Kleinen? Angenommen, es geht also nicht um den Nächsten, sondern darum, dass kleine Sünden zu großen Sünden werden und haben wir nicht nur große Sünden zu beichten, wenn wir den Beichtstuhl besuchen? Alle anderen Sünden, also die kleinen Sünden werden einem doch bei der hl. Messe vergeben, wo der Ritus dreimal ein Schuldbekenntnis bzw. eine Erniedrigung vorsieht und wir erst danach im Stande sind, die heilige Kommunion zu empfangen. "Wer also unwürdig von dem Brot isst und aus dem Kelch des Herrn trinkt, macht sich schuldig am Leib und am Blut des Herrn." 1 Kor 11,27 und dann bestärkt das noch der Satz: "Denn wer davon isst und trinkt, ohne zu bedenken, dass es der Leib des Herrn ist, der zieht sich das Gericht zu, indem er isst und trinkt." 1 Kor 11,29 Der Ritus ist eine ganzheitliche Bindung. Eine Heilige Messe, die einer Ehe gleicht, wo Treue das Öl ist, für die Lampe wenn der Herr, also der Bräutigam der Seele erscheint, in der konsekrierten Hostie des Altarraums. Wie kann ein Gott diesen Begriff des Bräutigams der Seele prägen? Nun: "Wer ist sie, die aus der Steppe heraufsteigt, auf ihren Geliebten gestützt?" Hld 8,5 Die Seele, die jede Nacht heimkehrt zu Gott im Verständnis und Frieden findet, wo sie schläft. Auch wir werden einst entschlafen. Dieses Grundverständnis, des Sohnes Gottes, der sein Leben gibt für die Erlösung der Seelen. Wo der Mensch keinen Frieden findet, gibt es die Sakramente. "Ich werde euch Ruhe verschaffen." Mt 11,28 und "so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele." Mt 11,29 Es sind im Grunde wirklich zwei Satzungen: Erstens die Beichte und zweitens den Empfang des Allerheiligsten Altarsakraments. Natürlich gibt es in der Kirche mehr Sakramente, aber diese Beiden sind das Maß aller Dinge, die Causa Prima des ewigen Lebens. So kann man natürlich auch sehen, dass jeder Besuch einer Heiligen Messe ein Sühneakt ist, der notwendig im Heilsplane Gottes geschieht. Die Kirche sieht das als einen obligatorischen Akt, an den Feiertagen den Gottesdienst zu besuchen, um des eigenen Heils wegen und wenn die Kirche auch Schätze um Schätze hätte, so ist ihr doch nichts so unendlich teuer, wie das Heil der Seelen. So betet sie auch für die Verstorbenen, die Entschlafenen, die im Schoß der Kirche geblieben sind, so heißt es im Wortlaut "Wer jedoch bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet." Mt 24,13 Dieses Geheimnis des Glaubens, wo Jesus sagt: "Nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird." Lk 12,2

"Alle Enden der Erde sehen das Heil unseres Gottes." Jes 52,10"Und alle werden Schüler Gottes sein." Joh 6,45