Macht es Sinn über einen möglichen Generationenkonflikt nachzudenken? Eher nicht, denn wie Goethe in einem Brief an Schiller schrieb: Lebe in deinem Jahrhundert, aber sei nicht sein Geschöpf. Man kann also mit einem Dogma etwas anfangen. Bspw. "Extra ecclesiam nulla salus" Das bedeutet im Reintext: „[Die heilige römische Kirche, durch das Wort unseres Herrn und Erlösers gegründet,] glaubt fest, bekennt und verkündet, daß‚ niemand außerhalb der katholischen Kirche — weder Heide noch Jude noch Ungläubiger oder ein von der Einheit Getrennter — des ewigen Lebens teilhaftig wird, vielmehr dem ewigen Feuer verfällt, das dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist, wenn er sich nicht vor dem Tod ihr [d. i. der Kirche] anschließt. So viel bedeutet die Einheit des Leibes der Kirche, daß die kirchlichen Sakramente nur denen zum Heil gereichen, die in ihr bleiben, und daß nur ihnen Fasten, Almosen, andere fromme Werke und der Kriegsdienst des Christenlebens den ewigen Lohn erwirbt. Mag einer noch so viele Almosen geben, ja selbst sein Blut für den Namen Christi vergießen, so kann er doch nicht gerettet werden, wenn er nicht im Schoß und in der Einheit der katholischen Kirche bleibt‘ (Fulgentius).“ Das zweite Vatikanische Konzil hingegen steuerte frei nach Karl Rahner gegen diese Dogmatisierung und es gibt hierbei freilich einen Generationenkonflikt, wo die Extreme sich entwickeln und aufeinanderprallen. Bspw. durch die Alte Messe, wobei Latein m.E. für den Laien unüblich sind und das finde ich auch als einen sehr freien und doch konservativen Zugang zur Kirche. So kann jedem der Weg eröffnet werden und hierbei geht es den Medien nach immer um Extreme, aber nie um den Laien. Es ist also die Frage, wer wen bedient und reisserische Nachrichten sind zwar romantisch, aber wenig von Belang und so übt sich der Pöbel aufzubegehren, frei nach Karl Rahner eben. Wer etwas davon hält oder nicht, sei Sache der Ansicht und die Kirche vertritt klarerweise einen schmalen Pfad, das ist ihr Label, ihre Fasson, mit dem Anrecht, dass die laute Stimme wenig Gehör findet, wider die leisen und zarten Nuancen, welche die Sakramente offenhalten. So braucht es Einsicht in die eigenen Sünden, einen Beichtspiegel, wenn man zur Beichte geht und neulich erklärte ich einer Dame vor dem Beichtstuhl, dass wilde Ehe unverzeihlich ist, bis der Umstand gelöst erscheint und somit auch wenn man dennoch zur Heiligen Kommunion geht, einen Gottesraub begehe. Darauf hin stellte sie die Kommunikation ein und dabei denke ich mir, dass die Kirche sich generell wenig mit Hosea 4.6 oder Weisheit 4.6 konfrontiert sieht, als man vielleicht meinen mag. Kommunikation ist kein Bindemittel oder ein Verdacht auf eine Lösung, sondern wir sprechen von der heiligmachenden Gnade, die uns erlaubt den Leib des Herrn zu empfangen. Das ist Kommunion, nicht Kommunikation. Das heißt nicht, dass diese nicht möglich ist, aber sie ist unüblich und darob auch nicht vorbildlich, wie die Predigten, die auf Wunden drücken.