Das Leugnen der Sünden. Nicht umsonst hat die Kirche hierbei einen Ritus, welcher die Sünden bekennt und das Sakrament der Beichte in den Vordergrund rückt. So sagt schon Jesus Sirach "Ein See der Maßlosigkeit ist die Sünde, aus ihr quillt Unrecht hervor. Darum wirkt Gott Wunder und Plagen und schlägt den Sünder bis zur Vernichtung." Sir 10,13 Das Unrecht, das daraus entsteht. Es wird leichtfertig verdrängt und der Satan hat leichtes Spiel, weil er weiß, dass der Mensch im Zorn ungerecht ist. Es ist ja sein gutes Recht, meint jemand und kommt nicht auf die Idee, dass es sich um eine Sünde handelt. So sagt die Bibel bereits im Anfang "er verfolgt die Schuld der Väter an den Söhnen und Enkeln, an der dritten und vierten Generation." Ex 34,7 Wenn beispielsweise jemand kirchlich heiratet, sich scheiden lässt und wieder heiratet, wie das Protestanten tun, aus dieser ersten Ehe vielleicht sogar Kinder entstammen, so hat man das Schriftwort erfüllt. Also, ist es eine Erbsünde, die andere Generationen für die Schuld der Vorfahren abbüßen müssen. Wie kann das ein gerechter Gott wollen? Vielleicht liegt eine Weisheit darin: "Denn die Kinder eines sündigen Beischlafs treten im Gericht als Zeugen auf für die Schlechtigkeit ihrer Eltern." Weish 4,6 So handelt Gott. Wenn also dieser Ehebruch wiederum neu, Kinder zeugt, so wenden sich diese wiederum gegen ihre Eltern. Das alles allerdings nur im christozentrischen Kontext, der eigentlich durch Christus eine Art von Sühne ermöglicht. Theoretisch, denn die Kirche kann wohl auch Sühne verlangen, wenn sie Sünden vergibt. So kann eine Abtreibung beispielsweise eine Adoption verlangen. Wie man es dreht und wendet, es ist nicht leichter und die Tatsache, dass man Sünden nicht leugnen kann, verrät den daraus folgenden Tod. Dass die Sünde den Menschen begräbt, unter einer Last, die man weder tragen noch abwerfen kann und Gott ist gerecht. Er erlaubt uns in unserem Leben von allem zu kosten. Die Jugend in ihrer Blüte, das Erwachsenenalter und dann die Schwere des Alterns, die viele Einsicht mit sich bringt, doch ist diese Einsicht, dieses Gewahrwerden von Nutzen? Besser man geht gleich beichten, oder man erkennt gleich das falsche Handeln und tragt es hin zur Beichte, deren Erlösung doch so Nahe liegt; doch nicht für jeden, denn wenn man trotz der Beichte in der selben Art von Sünde verharrt, beispielsweise dem Ehebruch oder wilden Ehe, verunmöglicht das eine Lossprechung und selbst wenn sie erfolgen würde, selbst wenn sie der Papst aussprechen würde, bliebe doch ungültig, denn sonst belügt man sich ja selbst. Die Sünde ist ein Verharren und genau das, ist weder im Guten noch im Bösen möglich, denn wir sind keine reinen Geister, sondern schwach, an Schuld hingerafft und unfähig zur Vergebung. Wir sind für Gott erschaffen, von der Wiege bis zur Befindlichkeit. Gott tut ja nichts ohne Einsicht und oft geht es bei den Wiederverheirateten um eine Art von Bereicherung, wobei Gott von der kommenden Welt spricht, dem Paradies.