Feindesliebe: Liebet eure Feinde und sie werden euch Untertan sein. Was bedeutet dieser erste Teil des Satzes? Liebt der Stoiker seine Feinde oder sind sie ihm gleich? Gleich was? Wo findet der Stoiker im Feind seine Gleichung und werden Feinde Untertan? Jesus sieht darin ja einen Nutzen, diesen Hass zu überwinden und vom erstarrten Egozentrismus, sich in die Seelenruhe zu versetzen, also Stoiker zu sein; aber wie weit geht der Stoiker? Diese Frage, so beantwortet Jesus, ist dann die Zumutung Gottes. Die Frage, wer denn der Nächste sei, stimmt in diese Feindesliebe ein. Da es sich hierbei um eine Tugendübung handelt, entspricht es einer Christozentrik, wo Christus sagt, dass wer seinen Bruder hasst, ein Mörder sei. Man weder zürnen soll, noch ihn einen Narren nennen. Dabei denkt man vielleicht an das Wort des hl. Thaddäus, dass St. Michael zum Satan sagte: Der Herr weise dich in die Schranken. Genauso denkbar ist die Feindesliebe, durch Unzurechnungsfähigkeit, wo Jesus erinnert: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun. Das schließt freilich nicht alle Handlungen eines durch Vernunft erschaffenen Wesen mit ein, zeigt jedoch wie weit man sich vom Urquell entfernt hat. Gott ist für diese oder jene tot, bleibt ein schwieriger Begriff zumal man dem Menschen eben Vernunft als auch Verstand und wohl einen a priori gesetzten Willen einräumt, der jene Kausalität vollzieht, die wir Seele nennen. Einsicht in die Vernunft, macht Bekehrung denkbar. Natürlich könne man sagen, dass der Mensch vergänglich ist, seine Menschlichkeit jedoch bleibt gewiss, enthebt sich dem Gewissen und kehrt zu ihm zurück, um des Friedens Willen. Das Verhalten kann beteuert werden, indem es fehl schlägt, oder aber der Vorsehung genügt. Liebet eure Feinde - wo Paulus sagt, dass er allen alles geworden sei, um auf alle Fälle einige zu retten. Schließlich entschied Jesus in der Feindesliebe diese an den Glauben an ihn zu binden, obgleich er den einen Schächer erlöste und den anderen nicht. - Vergebung ist der Dienst an der Freude.

Hoffnung ist das Einzige, was beteuert wird im Leben. Wo ist die Grenze zur Hoffart? Stolz, Eitelkeit, Hochmut. Paulus nannte sich eine Missgeburt. Für die antiken Griechen galt als ihre größte Sünde sei ihre Geburt; wo dann die Kirche sagt: Nachlass, Vergebung und Frieden. Der Mensch hat also träumen wollen, schreibt Baudelaire und dieser Traum wäre deutlich der Sohn seines Vaters, welcher über den Schläfer Herr werde in seiner Deutlichkeit. Also, dieser träumende Gott der den Frieden in seines Vaters Schoß genießt und dann sagt Jesus: Vater Abraham, im Gleichnis des Armen Lazarus; der Arme, den Gott sein Erbe im Himmel vorgesehen hat und nicht auf der Erde. Der Reiche hat seinen Trost schon erhalten, seinen Glauben und dann mahnt Jesus, wenn ihr nur Glaube habt, so groß wie ein Senfkorn. Es heisst Geduld, es heisst Demut und sein Reich ist nicht von dieser Welt. So deutet sich der Christ sein Abendmahl.