Den Begriff Schatten muss man sich noch genau anschauen, denn nur weil sich der hebräische Schöpfungsbericht womöglich auf das Wort "turma" beziehen mag, was soviel wie "im Schatten" bedeutet, meint nicht, dass dies korrekt ist. Man hat im Schöpfungsbericht a priori "Lasst uns Menschen machen als unser Abbild" Gen 1,26 und das ist oder war kein Schatten, denn das große Glaubensbekenntnis bezieht sich hier klar auf Jesus, der Licht von Licht ist und auch das ist fraglich, wo denn dabei der Konstrast läge, denn "Er entsendet das Licht und es eilt dahin; er ruft es zurück und zitternd gehorcht es ihm." Bar 3,33 Erkenntnis ist im Grunde immer mit Vorsicht zu genießen. Diese Kämpfe zwischen Licht und Schatten, wobei Goethes letzte Worte sollen "mehr Licht" gewesen sein. Gott, der mehr Licht ist und hier, eine Welt der Schatten, wo dier angenehme Kühle bedeutet. Der Schatten per se ist nicht schlecht, wenn sich der Schatten allerdings auf das Herz legt, dann ist der Unterschied groß zu einem Herzen, welches gerade beichten war. Dieses Schaffen aus der Reinheit, wobei Schatten hierbei auch dunkle Wolken sein können, die über der persönlichen Gottesbeziehung läge. Wo die Sünde ist, verbirgt man sich Gott; auch Adam und Eva bemerkten, dass sie nackt waren; sie wollten verborgen sein, sie wollten ergo im Schatten sein. So ist die Frage des Baumes, der durch seinen großen Schatten auch Verborgenes wie den Apfel der Erkenntnis von Gut und Böse barg; die Frucht des Schattens und Jesus verfluchte einen Feigenbaum, der ihm keine Frucht bot. Also, die Frucht per se ist nicht das Problem, so wie Jesus anmerkt, dass nicht das was in einem hineinkommt unrein mache, sondern was heraus kommt; der Schatten der dadurch fällt. Allerdings, unser kleines Eigenlicht wirft einen Schatten, solange wir unter der Sonne leben, aber wohl, ich würde das auch so bezeichnen, dass ich keinen Schatten mehr sehen wollte. Schatten sind demnach dunkel, so wie Herakleitos der Ephesir als der Dunkle bezeichnet worden war. Jesus sagt hier an dieser Stelle, es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werde.
Der Schatten ist glaube ich einfach erklärt. Joseph Merrick, der sogenannte Elefantenmensch. Einst dachte ich, er wäre eine Ikone für die Geisteswissenschaften, aber indem ich das schreibe, legt sich plötzlich ein Schatten auf mein Herz und meine Empfindung, vor allem da er zur Zeit von Jack the ripper in London lebte; 1888, das übrigends auch ein Heiliges Jahr war, nach altem also traditionellem Kalender, doch das wurde nicht gültig, da das alttestamentarische Jubejahr das sich auf 7x7 Jahre bezogen hatte, nicht erneuert wurde und mit dem neuen Bund hat sich eben dieses Heilige Jahr, dieses Jubeljahr in seiner Bewandtnis geändert, also mit dem Jahr 1300 beginnend, feierte man nicht die 7x7 Jahre als Jubeljahr. Schatten und die Tatsache, dass diese das Herz verfinstern. Wie kann man also dem Schatten entkommen? Indem man viel und oft, tiefgehend beichtet. Was meint das, tiefgehend? Nun, das Herz als eine Grube, indem man das zutage befördert, was einem das Herz schwer macht und es dem Priester im Beichtstuhl darreichen. Die Gefahr des Schattens liegt auf der Hand. Im Augenblick des Entschlafens hin in die Ewigkeit, greift der Satan an und seine Waffe ist der Schatten. Was kann man also dagegen tun? Gar nichts, ihm aus dem Weg gehen und darauf hoffen, beten, dass Gott dem Satan hier einen Schranken setzt. Freilich kann man psychosomatische Reaktionen auch als einen Schatten deuten, aber das mag mehr eine Frage des persönlichen Instinktes sein.
Ein Geistlicher ist a priori ein Geistlicher; ein Professionist, als Bruder des Laien.