Mystik sehe ich eigentlich nicht als einen Vorteil. Gleich ob es ein Flagellant ist oder nicht. Johannes vom Kreuz ist auch als ein Mystiker bekannt, also relativiert sich die Aussage wieder. Origenes, Augustinus, Bernhard von Clairvaux, Hildegard von Bingen, Franz von Assisi, Thomas von Aquin, Pater Pio, Johannes vom Kreuz, Birgitta von Schweden. Sie alle waren Mystiker. Mystik ist mit Vorsicht zu genießen. Die Texte der Mystiker sind gleichsam Privatoffenbarungen, wo der Mensch Einsicht hält und danach schließt. Der Zirkelschluss des Gemütes. Der feste Weg erschließt sich im Jahrkreis der Kirche. Mystik ist, das Blumenpflücken am Wegesrand, um sie dem Herrn zu bringen. Dass der Herr sich selber in der Mystik zeigt, wie er es im Alten Bund tat, erschließt sich im Evangelium neu, indem Jesus von Gleichnissen spricht. So warnen einem eigentlich die Gleichnisse vor der Mystik.
Jede Art von Mutmaßung, ist Mystik.
Also wo beginnt Mystik? Wenn man wähnt: Im Kreuz ist heil. Im Kreuz Jesu Christi ist heil oder wer sein Kreuz auf sich nimmt, der erfährt heil. Es ist keine Seligpreisung. Leichter lässt es sich sagen, in den Sakramenten der Kirche ist heil und das Kreuz ist per Definition, eine Crux und da beginnt die Mystik, wenn sich zwei Gerade kreuzen; dann hat man es mit Mystik zu tun. Man kann dann davon ausgehen, dass es einen Dialog gibt oder einen Diskurs. Wenn ich Gott bitte, dann eben nicht um den Diskurs, ab ins Blumenfeld, wenn der Weg doch gerade ist. Mit den Blumen sprechen oder den Fischen predigen. Vgl."Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?" Mt 6,26"Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!" Mt 6,28-30Ist also der Mystiker, welche den Blumen späht, ein Kleingläubiger? Ist der Mystiker ein Kleingläubiger? Wenn er auf sein Kleinod schaut, das ihn zu höherem befähigt. Also, die Erkenntnis, die heute vielleicht sinnvoll scheint und morgen schon wieder Schnee von gestern ist.Arbeiter im Weinberg, aber mit Blumen kann man keinen Wein machen.