Ein sehr interessantes Verhältnis ergibt sich in der Fußwaschung. Jesus wäscht Füße und auch Maria Magdalena wäscht wiederum ihm die Füße, aber sie tut es mit ihren Tränen und trocknet sie anschließend mit ihren Haaren. Es ist nur interessant, dass die Darstellungen der Fußwaschungen die Jesus durchführt, ihn überall mit langen Haaren zeigen. Das ist seltsam. Geht man nach dem Völkerapostel Paulus, dann hatte kein einziger der Apostel lange Haare und auch nicht der Meister. Die Symbolik ist natürlich interessant, beim Papst, der nicht nur die Füße von Menschen wäscht, sondern sie auch noch küsst, wie Maria Magdalena den Herrn und Meister. Natürlich erweist diese Demut eine ebensolche Haltung wie JP II die Erde küsste, der Länder, welche er bereiste. Da, der Mensch - siehe, der Mensch - und dort der Boden, siehe, der Boden - aus dem gemäß dem Aschenkreuz der Mensch ja wart. Diese doppelte Wähnung, die dann auf den Menschensohn hinweist, welchen es aber eigentlich bereits im Alten Testament gab. Also, es geht in der Bezeichnung, dem Titel nicht per se um Jesus, sondern den Menschen, als die Frucht oder Zierde seiner Zeit. Hier wird aber, auf die Gottheit und die Menschheit Jesu hingewiesen, wobei es bei der Fußwaschung um die Reinheit geht und bei JP II. um den Staub. "Ich bin nicht würdig, ihm die Schuhe aufzubinden". Dieses Verhältnis zu Johannes dem Täufer. Es ist ein spannender Kontext, über den man ebenso nachsinnen kann, wie über die Fußwaschung selbst, die Jesus vollzog und dann Maria Magdalena."Ohne einer Verschränkung, wird nichts verschränkt." Nikolaus von KuesEs ist eine Mechanik. Die Verschränkung liegt dann eigentlich an den langen Haaren. Kein Papst, der lange Haare hatte, im Gegenteil. Der Zusammenfall der Gegensätze; Nikolaus von Kues. Wenn einem einer zwingt, mit ihm eine Meile zu gehen, gehe man zwei mit ihm. Selbst wenn die Künstler auf die Idee gekommen sind, Jesus mit langen Haaren zu malen, ist das wie Ockhams Razor.Warum? Geht es um Eitelkeit? Das ist die Frage. Warum begnügt sich der Papst bei der Fußwaschung nicht auf eine Szene? Warum sind es zwei Szenen? Ist das die eigentliche Eitelkeit? Die Frage ist, hat das Jesus im Sinn gehabt? Dass, wenn er Aposteln die Füße wäscht, dass dann Maria Magdalena dies mit ihren Tränen tut und diese wiederum mit ihren Haaren am Leib des Herrn abtrocknet? Das ist durchaus eine interessante Annäherung. Wir haben unzählige Marienerscheinungen wo Maria weint. Also, nicht nur die Pieta oder Mater Dolorosa, Mutter der Schmerzen, sondern auch die Buße. Wobei; kann man eines vom Anderen ausschließen? Wohl kaum; zumal es um eine Miterlöserschaft Mariens im Heilsplane Gottes geht. Es ist wiederum der Zusammenfall der Gegensätze. Maria, die Jungfrau und Maria, die Leibhaftige. Vielleicht wäre es auch ohne diesem Zugang schwieriger gewesen, die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel zu erkennen.

Heinrich Seuse geht davon aus, sich im Blutsaft Christi zu baden. Kann man das dann sagen, Jesus wäscht die Sünden ab, wo ein Tropfen des kostbarsten Blutes Christi genügt, die ganze Erde zu bekehren. Vielleicht mangelnde Demut oder wie kann man Seuse hierin verstehen, sich im Blutsaft Christi zu baden? Sich seiner Sünden im Blutsafte Christi gewahr zu werden. Es ist das Blut, das wegen mir floss, wegen meiner Sünden, bis zum letzten Tropfen. Vielleicht ist das so von Heinrich Seuse gemeint. Dem Laien ist das Blut Christi im Kelch verwehrt, wenngleich der Professionist auch rot trägt, als Zeichen des Martyriums. Es ist deswegen nicht weniger, der Laie empfängt die Heilige Hostie, in welcher das Blut Christi bereits enthalten ist. Was bedeutet es also, sich im Blutsaft Christi zu baden? Es ist ganz einfach, so oft es irgend geht, zu beichten. Beichte, Beichte, Beichte - wie Buße, Buße, Buße und keine Gelegenheit auslassen zu beichten.