"Karfreitag 15 Uhr, irgendwo in Deutschland: Die Glocken im Turm schweigen, die Pfarrkirche ist dunkel, der Altar abgeräumt. Trauer. Der Pfarrer geht ohne Musik oder Gesang vor den Altar, statt der üblichen Kniebeuge legt er sich flach auf den Boden. Stille. Anschließend steht er auf und betet das Tagesgebet – ohne Kreuzzeichen, Begrüßung oder Einleitung. Todesstunde. Die Feier vom Leiden und Sterben Jesu ist Höhepunkt des Karfreitags. Schon die Inszenierung zu Beginn der Karfreitagsliturgie macht deutlich: dieser Tag unterscheidet sich fundamental von anderen"

Maria; Hort der Hoffnung. Sie war in guter Hoffnung, als sie Elisabeth begegnete. Maria ist gute Hoffnung, für alle die im Fegfeuer auf ihre Erlösung harren.

Es ist dieser Moment der Gottferne, wo Jesus am Karfreitag gekreuzigt wurde. Wurde Jesus für die Gottferne gekreuzigt? Für die, welche Gott fern sind? Er konnte ja nur denen helfen, die geglaubt haben und er sagte, dass die die nicht glauben, schon gerichtet sind. Der epikureische Wille, den Pontius Pilatus verspürte, wo das Volk ihn als Opferlamm für alles was in der Welt geschieht hinhalten wollte. Sie wähnten mehr einen Deus ex machina.

Und Friede den Menschen, die guten Willens sind - Die Erwartung ist das Los des Glaubens, nicht aber der Hoffart, des Stolzes und heimtückisch braucht alles seine Zeit zur Einsicht. Den Herrn zu feiern, keinen Anstoß zu nehmen, den guten Willen niemals außer Acht. Oft klammern wir an die Welt, können oder wollen nicht vergeben. Das eben ist jener epikurische Wille. Dieses Muss, dieses Unbedingt, an dem wir alle haften, doch Gottes Wille möge geschehen, damit wir uns nicht überheben. Das eben ist die Hoffart, an der wir leiden in unserer Eitelkeit, die den guten Willen nicht mehr sieht oder sehen will, sondern nur mehr das Gutdünken in der Hoffnung kreisend. Die Finsternis der Erkenntnis, die dem Herrn ein Gräul ist. - Engel predigen glühende Liebe - Seine Excellenz schreibt: "Zwei Daten sind in jedem Leben gewiss: die Geburt und der Tod." - Der Mensch kann in seinem Leben wiedergeboren werden. Das eben ist die Hoffnung der Christenheit. Die Wiedergeburt im Geiste; indem wir die Erkenntnis gehen lassen, die Bruder und Schwester wiegt. Gewogen und für zu leicht empfunden. Das also trennt uns von der Welt, die keinen Namen hat; die nicht gerufen wurde, die nur den Stillstand kennt, zerrissen und vergeudet. Was ist die Welt für den der im Geiste Christi wiedergeboren ist? Ein Urecho aus vergangener Zeit, zu schürfen wie nach dem Schatz der Träume. Man geht leer aus, wenn man in der Erwartung vergisst, dass Jesus der Anfang und auch das Ende ist, denn die Welt ist der Schemel für seine Füße.

"Urbi et Orbi" ist vor allem als päpstliches Ritual am Ostersonntag bekannt.