Ein Kalkül voraussetzen ist immer ein Problem; eine Contradictio in Adiecto und so hat die Wilde Ehe schon ein anderes Problem. Wenn man Natur braucht für die Natur, ja und dann sind wir wieder in der Scholastik. (Meister Eckhart - † 1328). Dogmen anstelle der Mystik.
Beim Meister Eckhart scheiden sich die Geister, interessanterweise, wo er meint, dass wenn man gemeinsam in einem Haus wohnt, man zuerst einen Scheffel Salz zu sich nehmen soll. Vielleicht ist es eine Weisheit, aber keine Mystik. Das ist halt zu abgehoben und da sind wir wieder in Ulm, bei Heinrich dem Flagellanten.
Aus dieser Betrachtung heraus, kann ich mit so griechischen Passionsspielen wenig anfangen, die doch zu sehr an die griechische Tragödie erinnern. Besonders Mechthild gibt zu denken und sehr nahe auch Heinrich.
Heinrich Seuse: "Man findet auch solche Menschen, die kein Leiden haben als nur so viel, wie sie sich selbst machen damit, dass sie das schwer wägen, was nicht zu wägen ist. Wie einst, da ging ein mit Leiden wohlbeladener Mensch an einem Hause vorüber, da hörte er, dass sich eine Frau gar übel betrug. Er dachte: „Geh hin und tröste den Menschen in seinem Leiden!“ Er ging hinein und sprach: „O weh, liebe Frau, was ist Euch, dass Ihr also klagt?“ Sie sprach: „Mir ist eine Nadel entfallen, und die kann ich nirgends finden.“ Er wandte sich um und ging hinaus und dachte: „O weh, du unsinniger Mensch, hättest du meiner Bürden eine auf dir, du weintest keiner Nadel nach!“ Also machten etliche verzärtelte Menschen sich selbst in mancherlei Sachen ein Leiden, das kein Leiden ist."
Das ist schon sehr entscheidend - Mechthild von Hackeborn: "Du treue, gottliebende Seele, überdenke sorgfältig und voller Liebe das Gesetz, das der kaiserlich erhabene Jüngling Jesus, der Sohn der väterlichen Güte, dir gegeben hat, als er dich als Braut für sich erwählt und sich selbst dir zum zärtlichen Bräutigam gegeben hat, er, der aus sich selbst und durch sich selbst jene glückselige Hochzeit vollzieht. An diesem Festtag, diesem Tag der Freude seines Herzens, legte er - um deiner Liebe willen - ein rosenfarbenes Gewand an, die Liebe seines Herzens hat es mit Blut gefärbt. Dazu hat er sich einen Kranz aus Rosen und Lilien auf sein Haupt gesetzt, dieser war mit Perlen umwunden den Tropfen seines allerkostbarsten Blutes. An seinen Händen den trägt er reichlich durchbrochene Handschuhe, so dass er überhaupt nichts zurückhalten könnte, wenn er nicht alles dir übergeben würde, was er der ganzen Welt verborgen hatte."