Der Papst geht alle zwei Wochen beichten, der Kardinal jede Woche. Das sind jedoch heiligmäßige Menschen, so wie das Attribut: Heiliger Vater und Seine Excellenz und dann haben wir auch noch Hochwürden. Alles Menschen, die weitaus höher für den Himmel begabt sind als ein trivialer Gläubiger, der vielleicht jede Woche zur Messe geht oder jene, die das nur einmal im Jahr zu Weihnachten tun und dann auch solche, die das gar nicht machen. Da ist der Widerspruch so groß und Einsicht, macht deswegen den Menschen auch nicht unwürdiger als eben jene vorangestellte Personen. Da gibt es Gläubige, die im vorangeschrittenen Alter daran denken, dass sie in der Schule zum letzten Mal beichten waren. Dennoch kann man überhaupt nicht sagen oder urteilen, dass diese Personen nicht doch mehr Heiligkeit leben, durch vielleicht Wohltaten an ihren Kindern oder sonstige Dinge. Es lasst sich da schwer ein Strich ziehen. Vielleicht doch, die Liebe zu Gott. So hat ein von Gott fern lebender Mensch vielleicht mehr Liebe zu Gott als jene, die Gott am Rock anhaften. Man kann das nicht sagen. Die Liebe zu Gott ist etwas Rettendes und wenn jemand in der letzten Stunde bevor seinem Ableben den Namen Jesus anruft, den geraden Weg in den Himmel verdient, gleich wie er war. Vielleicht hat die Person jeden Tag herumgelästert, aber dennoch war das vielleicht eine Art Schutz. Man weiß es nicht. Man kann sich über Hochwürden keine Gedanken machen, also über die Person, noch über seine Schäflein. Fazit eines heiligmäßigen Lebens sind die Tugenden. Unfehlbarkeit ist ein schwieriger Augenschein, aber man spricht auch von Kardinaltugenden, wobei diese wohl mehr einem Aspekt der Weisheit entsprechen, also einer Naturphilosophie entlehnt sind. Worauf will ich raus? Nun, die Gottesmutter besitzt die höchsten Tugenden vor Gott: Demut, Reinheit und wahre Gottesliebe. Während das Herz Jesu den Sanftmut besitzt, hat Maria diese Demut und Jesus wähnt, er sei demütig von Herzen. Vgl. Mt 11,29 So wähnt er allerdings auch die Gütigkeit. So sagt das Alte Testament bereits: "Der Segen des Vaters festigt die Wurzel, / doch der Fluch der Mutter reißt die junge Pflanze aus." Sir 3,9 Wie kommt man daher über die Schwelle der Demut hinaus? Wer ist wie Gott? Wer besitzt diese Demut, nicht dem Fluch der Mutter zu verfallen? Es ist von der jungen Pflanze die Rede, daher ist es die Tugend der Geduld, die uns in jeder Tugend reif werden lässt und diese Geduld mag ein jeder gläubige Mensch haben. Daher kann man nicht sagen, dass dieser oder jene höher gestellte Gläubige, weil er jeden Sonntag zur Messe geht, geduldiger ist als einer, der das aus welchen Gründen auch immer, nicht tut. Der schlichte Arbeiter im Weinberg.
Viele berufen, wenige auserwählt. Das klingt eher nach einem Amor Fati, als eine Liebe zum Schicksal des Menschen. Macht das die Liebe zu Gott größer oder kleiner? Ich weiß es nicht, aber Gott kann mit seinem Eigentum tun was er will. So gibt es viele höhergestellte Personen, die ein hohes Amt begleiten, bis hin zu Herodes und eben jene die das nicht tun, der schlichte Bürger, dessen Herz vielleicht weniger kompliziert ist, nahezu einfältig vielleicht und doch auch keinen Neid hegt. Um das zu verstehen, müsste man das Herz Gottes verstehen, warum er arm und reich, groß und klein, dick und dünn mag und sie alle in sein Herz schließt, bis hin zu dem Anspruch, dass alle gerettet werden. Wir gehen dabei von der Freimütigkeit des Herzens Jesu aus, dem der Vater das Gericht übertragen hat. Als Erlöser steht ihm dieser Freimut zu. So spricht er auch den Reichen an und betont dabei seinen Freimut.
Wo Mensch und Mensch zusammentreffen, gibt es Unterschiede und jeder sucht ein Mensch zu sein auf seine Weise; eine Tautologie. Das ist dieses Franziskuskreuz, das Tau-Symbol. Was ist dieses Tau-Symbol? Es errinnert an das Pessach Mahl, das zurück geht auf das Einstreichen des Türstocks mit Lammblut um den "Engel des Todes" fernzuhalten. Die christliche Tradition wähnt hier an dieser Stelle die Sternsinger, welche auf den Türstöcken die Buchstaben: C + M + B anbringen, für Caspar + Melchior + Balthasar. Diese Buchstaben-Gebung findet sich in der Kirche bei vielen Dingen wieder, auch bei Sakramentalien, wie der Benediktus-Medaillie. NDSMD, CSSML (non draco sit mihi dux, crux sacra sit mihi lux) - was meint: Nicht der Drache sei mein Führer, das Heilige Kreuz sei mir Licht.
„Das Blut der Besprengung ruft mächtiger als das Blut Abels“ (vgl. Hebr 12,24)