„Du hast ihn für eine kurze Zeit stark gemacht, damit er in ein ewiges Leben übergehe“ (vgl. Ijob 14,20 Vulg.). Für kurze Zeit wurde der Mensch stark gemacht, denn für eine bestimmte Zeitspanne erhielt er die Kraft, in dieser Welt zu leben, um dann in ein ewiges Leben einzugehen, wo seinem Leben kein Ende mehr gesetzt wird. Aber in dieser kurzen Zeitspanne, für die er stark gemacht wurde, entscheidet er, ob er in der Ewigkeit entweder immerwährende Freuden oder Qualen finden wird, ohne ihnen jemals entrinnen zu können. Und weil er eben nur für eine kurze Zeitspanne gestärkt wurde, fügt Ijob sogleich die treffenden Worte hinzu: „Du wirst sein Angesicht verändern und ihn wegschicken.“ Das Angesicht des Menschen wird verändert, wenn seine Schönheit durch den Tod zerstört wird. Weggeschickt wird er ebenfalls, denn er wird gezwungen, von den Gütern, die er sich mit freiem Willen erworben hat, gegen seinen Willen in die Welt der Ewigkeit hinüberzugehen; und wenn er dort angekommen ist: Was wird dann aus diesen Gütern, nachdem er sie zurückgelassen hat? Was wird aus diesen Gütern, über die er mit so viel Mühe zum Herrn und Besitzer geworden ist? Er weiß es nicht. Daher heißt es weiter: „Sind seine Kinder in Ehren, er weiß es nicht; sind sie verachtet, er merkt es nicht“ (vgl. Ijob 14,21 Vulg.). Wenn nämlich die, die noch leben, nicht wissen, wo sich die Seelen der Toten befinden, so wissen auch die Toten nicht, wie das irdische Leben derer verläuft, die sie überleben; denn das Leben des Geistes ist weit entfernt vom Leben des Fleisches. Und wie das Körperliche und das Geistige gegensätzlich in ihrer Natur sind, so sind sie auch in ihrer Erkenntnis grundverschieden. Diese Unterscheidung gilt jedoch nicht für die heiligen Seelen; denn wenn sie in sich selbst den strahlenden Glanz des allmächtigen Gottes sehen, kann man doch nicht meinen, dass außerhalb von ihnen etwas existieren könnte, von dem sie nichts wissen.Hl. Gregor der Große
Alles in Allem fängt die Freundschaft mit dem Heiligen Geist an; die Liebe welche in Wahrheit der Erzengel Michael ist, denn so hat sich der Himmel für Gott entschieden, seine Schöpfung. St. Michael ist jener Chronist der gesamten Weltgeschichte. Heiland ist aber nur einer; Jesus. Somit ist es eine Freundschaft mit Gott und dann haben wir noch die Idee des hl. Thomas von Aquin: Ist die Teuerliebe (Caritas) Freundschaft? Mit der Frage hat man natürlich auch einen Dualismus. Eigentlich ist es eine Tautologie. Ist halt die Frage, wie sinnvoll eine Rekursion ist. vgl. Nietzsche "jeder Seele hinabzusteigen weiß, welcher nicht ein Wort sagt, nicht einen Blick blickt, in dem nicht eine Rücksicht und Falte der Lockung läge, zu dessen Meisterschaft es gehört, daß er zu scheinen versteht"
So ist es freilich, dass der Engel alle Liebe an sich zieht! Er wird uns einst im Himmel in Empfang nehmen. Gott mit aller Kraft zu lieben, aus voller Seele und ganzem Gemüte, bedeutet auf den zu hören, der uns vorangeht. Vgl. "Ich werde einen Engel schicken, der dir vorausgeht." Ex 23,20
Der Engel zieht uns an, wie die Liebe zum Himmlischen, aber der Engel hat keine Seele. Er kann also nicht lieben. So hat es Gott gewollt und er kann auch keine Freundschaft haben, will heissen: er hat keinen freien Willen, doch wenn Gott es wünscht, führt er seinen Befehl augenblicklich aus. Bei Dämonen ist es ähnlich, zumal Gott ein Leiden zulässt. Wir kennen nicht das Kreuz unseres Nächsten, den wir lieben sollen wie uns selbst. Paulus ging noch weiter, denn Gott machte ihn für Tage blind oder besser gesagt, er ließ ein Leid eine kurze Zeit bei ihm zu. Später versuchte Paulus jemanden dem Satan zu übergeben; vgl. 1 Kor 5,5. Im Zorn ist der Mensch ungerecht und beruft sich auf seine Weisheit. Gott sieht jedoch in der Weisheit des Menschen eine Thorheit. Aus so werden Leiden provoziert, Gott wird versucht, wie Jesus in der Wüste, wo der Satan wünscht, dass Jesus Stein in Brot verwandle.