Demnach die Betrachtung: "Sehnsucht ist so recht die Sache des Geistes. Wenn dem Engel die Schönheit eines Gutes gezeigt wird, so strebt er eifrigst, dieselbe zu offenbaren und dann so schnell als möglich zum Genusse derselben zurückzukehren, um so den Kreislauf abzuschließen. Das Zeigen geschieht im Zentrum. Das Herabsteigen zum Offenbaren ist eine geradlinige Bewegung zur Äußeren Peripherie, im Wege der Vorsehung. Die Rückkehr ist wie der Reflex der Bewegung, so daß in der Schönheit des Guten de Kreis sich abschließt. So teilt der, dem ein Schatz aufgezeigt wird, seine Freude so schnell als möglich dem Freunde mit, dann eilt er zurück, um den Schatz zu zählen oder zu genießen. So bewegen sich die Engel kreisförmig in gerader und reflektierter Richtung (reflexe). Die Seelen bewegen sich in ebensovielfacher Bewegung. Wenn die Sonne die Sehkraft erhellt, daß sie mittelst derselben die Farben sieht, so zieht sich die Sehkraft, wenn sie das Sonnenlicht sehen will, von allem Farbigen zurück. So sieht auch die Seele, durch das Licht des Verstandes, das Partikulare. Will sie in das Licht des Verstandes selbst hineinsehen, so zieht sie sich von dem Partikularen zurück. Diese Bewegung ist gleichfalls eine kreisförmige. Denn die Sehkraft ist der Verstand, das Sonnenlicht ist das Licht des in Tätigkeit begriffenen Verstandes; das Erkennbare (intelligibilia) sind die Farben. So geht die Bewegung von der Schönheit des Ersten aus und kehrt zu diesem zurück; denn mit der Kraft des göttlichen Lichtes, das in dem tätigen Verstande schimmert, bewirkt der in Tätigkeit befindliche Verstand alles. Wenn daher der Verstand als Potenz (intellectus possibilis) das Licht des tätigen Verstandes in sich aufnimmt und aus dem Partikularen zur Anschauung seiner selbst in sich zurückkehrt, dann empfängt er von ihm, und was ihm wirkliches Sein gegeben hat, kehrt wieder in den ersten (die Anregung gegeben) Verstand zurück." Nikolaus von Kues, Über das Schöne
Halt die GoshenEine alte Wiener Redewendung, wenn jemand meint, man solle schweigen. Das ist halt karmelitisch, Schweigeorden und die Goshen ist eben jenes alte Schulterkleid, welches die Hohepriester trugen. Das wissen wenige, ist aber kein Geheimwissen, sondern nur eine Kombination, so wie das braune Skapulier Laienpriester meint, die freilich keine Hohepriester sind, so wie Jesus einer ist. Dieses Symbol ist allerdings auch zu verstehen als das Joch Christi. "mein Joch drückt nicht und meine Last ist leicht." Mt 11,30 - Mit dieser Redewendung, des Goshen-Haltens verbindet sich viel, denn es wird von päpstlicher Seite ein Ablass gewährt, wenn man das braune Skapulier küsst. Ablass von Tagen im Fegefeuer.