Die Sicht beschränkt sich daher auf den Limbus, als Ort der Gottferne. Als Ort, der kein Licht kennt. Licht, das alle Menschen erleuchtet. Das war das Hauptthema von Ratzinger, wo er einen Teil der Verkündigung des Limbus für die ungetauften Kinder nicht weiter im Rahmen der katholischen Lehre verbreiten wollte. Ein Fingerzeig vielleicht auf die Verschiedenheit von Fegfeuer, Hölle und Limbus. Im Limbus seien keine dämonischen Qualen, was jedoch angesichts der Gottferne einer Hoffnungslosigkeit gleichkommt und Paracelsus wähnte, dass die viehische Natur, wie er es nannte aus dem Limbus stammt, weil es ja Gott fern ist, keiner Seele oder Gemeinschaft mit Gott entspricht. Wogleich jene Derbheit aus der Gottlosigkeit käme und alles was Gott fremd ist. Selbst Mose, der ein Mörder war, müsste verdammt worden sein und nicht im Limbus. Also dieses Phänomen des Limbus beschäftigt. Wo gehen die Seelen der Gerechten hin, die Jesus nicht anerkannt haben als den Sohn Gottes? Die Gott, der eins ist mit dem Vater verabsäumen in diesem Leben. Also dieses markerbebende Gefühl der Angst von Gott getrennt zu sein, was den Limbus per Definition ausfüllt. Nun war aber Jesus drei Tage in jedem "Reich des Todes", welches der Limbus genannt wird. Es mag sein, dass er die Seelen der Gerechten aus dem Limbus führte, aller jener Gläubigen, die also vor Christus auf der Welt waren und dann besteht aber nur der zeitliche Hinblick auf all jene Gerechten, die nach den drei Tagen in den Limbus gekommen sind, bis zum heutigen Tag. Man hat die Zeitrechnung erfunden und so glauben eigentlich alle Menschen, die in der Zeit nach Christi leben, an Jesus. Sie bezeugen es mit ihrem Dasein; durch ihr Geburtsdatum-, dem Datum ihres Dahinscheidens, abgesehen von den Sünden die sie auf sich luden. Es gab also eine Christozentrik mit dem Erscheinen Christi auf Erden.

Gottesfurcht ist der Anfang aller Weisheit, sagt die Bibel. Das wussten die Menschen aller Generationen, die jetzt nicht mehr bei uns sind. Die Überhebung gründet auf der Gottferne. Sie ist kein Ratschluss, sondern ein griechisches Verständnis. Gott aber bleibt immer derselbe.

Wenn wir also Gott lieben, das Fegfeuer überwunden haben. Freilich, wir sind nicht gerecht. Das braucht man sich gar nicht einbilden, da gibt es Andere, Helden. Wenn wir die Gnade erhalten haben, Gott zu lieben und ins Fegfeuer zu gelangen, dann haben wir danach eine Heiligkeit erlangt. Nicht wegen unserer erbärmlichen Gerechtigkeit, sondern wegen seiner! Seine Gerechtigkeit, anstelle unserer Erbärmlichkeit. Das ist sehr viel. Das erfordert hohe Kosten. Dieses Lösegeld hat nicht einmal der reichste Mensch der Erde. Jesus ist der Herr, Jesus hat das. Er kann die Sündenschuld bezahlen, wofür wir kein Auslangen finden können. Selbstkasteiung ist da kein gangbarer Weg. Wir brauchen also die Liebe und auch diese ist ein Geschenk. Gott kann uns zu Hilfe eilen, Gott kann das Auslangen finden. Er kennt die Seele, den Menschen, den Strohhalm seines Willens.

Warum sollen wir von Jesus lernen? Wegen seiner Frömmigkeit!

Zwischen Mose und Elija, ist Jesus der Heilige. Wir sind nur Staub von Staub angesichts seiner Frömmigkeit.

Zwei Dinge; Allerheiligen und Allerseelen. Allerheiligen, für diejenigen, welche aus dem Fegfeuer in den Himmel aufgenommen worden sind. Allerseelen, für die noch im Fegfeuer zu leiden haben, um in die Heiligkeit überzugehen.