Der emeritierte Kardinal - Mit Wehmut blickt man auf die Amtstage des obersten geistlichen Wächters der Republik zurück. Von ihm hatte ich mir damals 2008 einen persönlichen Segen geholt, als ich von Gott im Herzen berührt wurde, er mein Leben vom Kopf auf die Füsse stellte. Es gab dann Tage, an denen ich zwei oder drei Messen besuchte, trotz meiner ordentlichen, beruflichen Mühlsal. Auch heute noch, lasse ich keinen Sonntag oder Feiertag aus, um die Messe zu besuchen. Wahre Schönheit kommt aus dem Herzen der Kirche! Jesus liebt seine Priester und auch wenn ich mich manchmal ärgere, weil Beichtstühle nicht genügend besetzt sind, oder der eine oder andere seltsame Menschenfischertechniken benutzt, ich halte mich an die Sakramente, denn wo es heisst, dass außerhalb der Kirche kein Heil ist, dieses Dogma, so ist auch außerhalb der Sakramente keine Obacht zu verzeichnen. Es ist die Frage, wie denn unser Schutzengel wirken kann. Wie es eben so ist, der Heilige Geist hat keine Fantasie nötig. Die Vorsehung hat kein Schicksal notwendig. Man muss die Heiligkeit herauskehren. Sie ist kein Anhängsel. Man muss es auch nicht übertreiben, denn man sitzt in der Messe, wie vielleicht in der U-Bahn. Wenn allerdings der eine Fahrgast zusteigt, also Jesus während der Wandlung, so verwandelt sich das ganze Drumherum in einen Anteil des himmlischen Jerusalems. Das Einzige, wofür es sich zu streiten lohnt, ist gegen die Sünde, gegen das eigene Verkommen ohne der Beichte. Denn dafür tragen wir bis in alle Ewigkeit Verantwortung. Keine Politik, die dem Nahe kommt. Recht und Unrecht ist kein Spielball der Gesellschaft, sondern des Einzelnen, der sein Zaumzeug sucht. Gott hätte alle möglichen Konsorten zu seinem einzigartigen Geburtsfest einladen können, doch er wog ab und am Ende, dachte er an das letzte Abendmahl; bereits am Anfang. Deswegen lud er alle ein, die kamen, ohne groß Ausschau zu halten oder selektiv zu werden. Soviel zur Asylfrage nämlich auch. Wer nähert sich Gott? Wer hat den Staub unter seinen Füssen? Man kann auch sagen, ziehe die Schuhe aus, denn das ist das Haus des Herrn. Wir aber deuten an, nimm die Kopfbedeckung ab, denn der Herr kennt die Anzahl deiner Haare. Alle sind Kinder Gottes! Der Gelähmte wurde in den Tempel abgeseilt. Warum sind sie Kinder Gottes? Weil Jesaja das gesagt hat, dass wir alle das Werk seiner Hände sind. Natürlich man kann ins Detail gehen, aber Gott ladet alle ein. Das ist die Botschaft des Evangeliums. Wir kennen alle die Wahrheit, weil die Wahrheit uns kennt. Gott führt uns auch den ewigen Tod vor Augen. Alle, die wir verloren haben, kein Besitz der Welt konnte sie retten. Gott kann, aber ihn zu besitzen, dafür sind wir erschaffen. Wer kann Gott Ideen beibringen? Das funktioniert nie. Für Gott zählt das Bekenntnis und er kann das Wort so schnell wägen, dass man ein Ungleichgewicht bekommt.