"Wer das Böse nicht bestraft, befiehlt, dass es getan werde" von Leonardo da Vinci - abgesehen von der Gewaltenteilung, wie steht man philosophisch zu diesem Spruch, diesem Banner? Es heisst nur, dass Neutralität im Himmel unter der Prämisse Gottes, ungültig war. Wer ist wie Gott, dass er Neutralität beurteilen kann? Die Frage ist aber, was man mit dem Bösen macht. De docta ignorantia - belehrte Unwissenheit. Sie wissen im besten Fall nicht was sie tun und die Unschuldsvermutung meint genau das. Das demokratische Recht ist hier gespalten. So beurteilt Europa bspw. eben die Unschuld, während die USA das eben nicht hat. Dort muß man erst die Unschuld beweisen, während man in Europa erst die Schuld beweisen muss. Es ist somit klar, dass die Neigung der USA hierbei zu den Republikanern hin tendiert, während Europa aus Sicht der Franzosen oder Englands zur Demokratie hin geschieht, was auch auf die französische Aufklärung hin rückzuschließen wäre, so sapere aude; dieses Wagnis einzugehen, welches die Demokratie im Grunde ist. Es ist die Frage, wie sich etwas durchkultiviert hat. Man kann nicht das Eine als richtig und das Andere als falsch interpretieren, weil es abhängig von der Kultur ist. Wenn nun aber diese Kultur vermischt wird, so heben sich festgefahrene Positionen automatisch mehr oder minder auf. Es gibt keine bessere Staatsform als die Demokratie, auch wenn man sagt, dass der Teufel Demokrat sei. Basierend auf der Habeas Corpus Akte gibt es eine Trennung zwischen Körper und Geist, was sehr wesentlich ist. Man geht hier nicht von einer Seele aus, denn diese wird a priori zugestanden und ist auch wesentlicher Bestandteil einer solchen Präambel, wie sie durch Einsicht in die Habeas Corpus aufschließen lässt, was damit gemeint ist.
Nietzsches Sicht auf den gebildeten Menschen - Gibt es den intelligiblen Menschen, so dieser an der Moral scheitert? Scheitern ist Sache der Ansicht, denn der Pöbel probt den Aufstand. "so ist es auch mit dem Wort, / das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, / sondern bewirkt, was ich will, / und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe." Jes 55,11 So kann man bestenfalls von einer Metaebene des Wortes ausgehen und wünscht sich doch nur den Dialog. "ihr wolltet euch eine Zeit lang an seinem Licht erfreuen." Joh 5,35 und genau das ist der Fokus. Hochmut, Nachäffung, Schuld. Der Fokus fällt freilich bei Paracelus, wo dieser die Amoral aus dem Limbus herleitet. Vielleicht steht dieser Limbus hierbei bloß als eine Entität, wie der Gott welcher die Hoffart niederdrückt. Dieses moralinsaure Aufbegehren stellt sich der Vernunft. Dieses Übermaß an Übermensch. Das wahre Maß liegt dann eigentlich in der Vorsehung, wie diese die Engel vollziehen. Die Frau Lots wird zur Salzsäule, moralinsauer, weil sie zurückblickt und Zacharias wird stumm, weil er eben nicht nach vorne schaut. So gesehen, bietet die Vorsehung im Zutrauen mehr Humor, als die Sicht auf einen Limbus erlauben könnte.