Vermutlich hatte Petrus gemutmaßt, was Jesus mit den Schlüsseln zum Himmelreich gemeint haben könnte und folgerte sodann, dass es etwas mit seinem Leiden zu tun haben müsse, auf das hin er koinzidierte, dachte an die drei Tage im Reich des Todes, von dem er schon viel gehört hatte und dann kam auch noch die Erfahrung der Pieta, welche ihm befremdlich schien, im Schmerz der Mutter Jesu, wo sich Jesus doch von allem trennte, um sich ganz alleine Gott hinzugeben am Kreuzesstamm. So sah Petrus vermutlich die Kreuzhingabe Jesu in Zusammenhang mit dessen Höhepunkt, die er zuvor im Gethsemane vorgesehen hatte und darob blutige Tränen weinte. Hin zum Tode, dem Los der Sünder überantwortete er zuletzt seinen Geist dem Vater, als der Höhepunkt jener Angst bevor er in das Reich des Todes eintrat, das wir als Limbus wähnen, als einen Ort der Gottferne, der selbst das Leben ist, gegenwärtig, um doch zu erkennen, wie die Bibel sagt "Er entsendet das Licht und es eilt dahin; er ruft es zurück und zitternd gehorcht es ihm." Bar 3,33 - mit 33 Jahren endete sein Leben und er gelangte in das Reich des Todes, in jenes stete Fallen der Angst ohne jeden Grund, dauerhaft in Finsternis zu Finsternis. Er, der selber Licht von Licht war. Einzig das Kreuz gab ihm halt und so entschied letztlich Petrus alles darauf hin zu setzen, so wie der Meister, sich diesem Limbus auszusetzen, wo Jesus der eine Schlüssel war, sein Kreuz und Petrus erkannte sich selber als der zweite Schlüssel und ließ sich verkehrt kreuzigen, um dem Satan in jedem Fall zuvor zu kommen, weder nach oben noch nach unten zu fallen, in jenem Limbus, welcher die Gottferne ist, ohne Licht wie eben das Schloss zu öffnen hin in den Himmel, denn nur diese beiden Schlüssel passen, das Kreuz Christi und das Kreuz Petri. So kann man Petrus als Miterlöser verstehen und auch der Apostel Andreas wurde gekreuzigt, um auf alle Fälle das Leiden Christi zu vervollständigen, aber essentiell war die Erkenntnis des Fallens im Limbus, wodurch dieser wohl aufgehoben wurde, durch den Gegensatz, indem Petrus Jesus nachfolgte, selbst im Tod, sogar im Limbus, als dem Reich des Todes, von welchem der Herr zurückkehrte, da der Tod keine Sünde an ihm fand, kein Werk des Bösen an ihm haftete. Warum ist das Fallen in der Finsternis des Limbus so essentiell? Wegen dem Fall Luzifers, der wie ein Blitz vom Himmel geschleudert wurde in seiner Gottferne. So sagt man, es gäbe ein Urecho und zeigen auf die Sünde, auf die Erbsünde und hier prägt der Urschmerz jenes Gottverlustes als jenes Reich, das sich der Tod erwarb durch die Sünde, welche in die Welt kam, um als Menschenmörder von Anbeginn, wie ihn die Bibel nennt, den ewigen Tod zu verantworten als der Vollstrecker und Ankläger des Menschengeschlechts, der sie zusammenpfercht wie Tiere, wie Schafe, die keinen Hirten haben und auf ihren Scherer warten, welcher sie von der Last befreit, die sie vor der Strauchelei schützte.
Eigentlich besticht dieses Bild des hl. Charbel Makhlouf wie der Vers von Charles Baudelaire aus den Blumen des Bösen: Der Mensch hat träumen wollen. Der Traum wird über den Menschen Herr sein; doch dieser Traum wird deutlich der Sohn seines Vaters sein. - Das ist freilich nur ein Eindruck, denn eigentlich beschreibt das Bild den klassischen Mönch. Der Mystiker, welcher sein Innerstes nach außen kehrt. Seelenruhe und vielleicht auch ein bisschen Eudämonie. Die Notwendigkeit seines Lebens ist sehr klar. Er ist nicht unverzichtbar, er ist einfach eine Realität, die den Saum zur Wirkbarkeit einnimmt, als eine verblüffende Gestalt jenseits seiner Zeit, die dem Wunder Herr wurde.