Sehr zentral in dieser Betrachtung ist freilich die Verklärung Jesu am Tabor, wo eben auch Mose und Elija zugegen sind. Jene, die eigentlich gemäß dem Glauben an die drei Tage wo Jesus im Reich des Todes war (vgl. Glaubensbekenntnis als Wahrheit) und die Gerechten mit wohl auch diesen Beiden in den Himmel geführt haben soll; welche eigentlich gar nicht da sein konnten. Wer waren sie? Schemen sahen sie und den Herrn in der Klarheit? Vgl. Goethe, Faust II. "Sie sehn dich nicht, denn Schemen sehn sie nur." Diese Wahrheit ist sehr tiefgreifend, wenn wir Wahrheit als Termini ansehen; allerdings, was nützte Elija die Fahrt mit dem Feuerwagen um dann in den Limbus einzugehen? Es ist, wie soll man sagen, bruchstückhaft, so wie im Weinberg, wörtlich gesprochen, Bruchwerk zu finden ist und hierbei erinnert es nahezu schon an einen Stollen, aus dem Licht hervortritt.
"Und was unsre Zukunft betrifft: man wird uns schwerlich wieder auf den Pfaden jener ägyptischen Jünglinge finden, welche nachts Tempel unsicher machen, Bildsäulen umarmen und durchaus alles, was mit guten Gründen versteckt gehalten wird, entschleiern, aufdecken, in helles Licht stellen wollen. Nein, dieser schlechte Geschmack, dieser Wille zur Wahrheit, zur »Wahrheit um jeden Preis«, dieser Jünglings-Wahnsinn in der Liebe zur Wahrheit – ist uns verleidet: dazu sind wir zu erfahren, zu ernst, zu lustig, zu gebrannt, zu tief... Wir glauben nicht mehr daran, daß Wahrheit noch Wahrheit bleibt, wenn man ihr die Schleier abzieht – wir haben genug gelebt, um dies zu glauben... Heute gilt es uns als eine Sache der Schicklichkeit, daß man nicht alles nackt sehn, nicht bei allem dabei sein, nicht alles verstehn und »wissen« wolle." Nietzsche contra Wagner, Der Psycholog nimmt das Wort.
Eher: Demeter zerreisst ihren Schleier und eilt Persephone in den Orkus nach. Die antiken Griechen in dem Aspekt der Psychologie, bis hin zu Ödipus. Diese Tragödien, denen die Wahrheit alles sei. Hermann Hesse schrieb: Alles, was nicht bis zu Ende gelitten und gelöst wird, kehrt wieder. Ein Mann, der so viele Ehen hatte und sich daran wohl in der Betrachtung erprobte, doch jene Tugend wird zum Wallestein.