Die Idee, dass ein Mensch mit einer christlichen oder christozentrischen Meinung jeden mögen muss oder jedem alles verzeihe, erdulde, ist Tugenddenken. Der hl. Domenico Savio setzte sich mit keinem an den Tisch, der nicht zuvor gebetet hatte, weil er meinte, dass es wie ein unvernünftiges Tier sei, wenn man ohne zu beten essen würde. Gott liebt den Sünder, aber schlägt den Sünder bis zur Vernichtung. Vgl. Sir 10,13 Ich weiß nicht, ist das ein Widerspruch? Nein, denn man kann sich den Heroen sparen, mit dem man in die Schlacht stürzt, die Sünde zu besiegen. Man geht beichten und die Sache erklärt sich damit. Oder der selbstaufopfernde Märtyrer. Der hl. Laurentius sagte seinem Peininger noch „Du armer Mensch, mir ist dieses Feuer eine Kühle, dir aber bringt es ewige Pein.“ Vor allem, man kann nicht die Bürden des Anderen einschätzen. Was man von Anderen erwartet, tue man ihnen. Das ist ein fairer Kompromiss. Womit man wieder bei Jesaja ankam: "Weh denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, / die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen, / die das Bittere süß und das Süße bitter machen." Jes 5,20 Jesaja als Person, abgesehen von 28,22, gibt freilich Rätsel auf wie Sokrates, indem er sagt: "so ist es auch mit dem Wort, / das meinen Mund verlässt: Es kehrt nicht leer zu mir zurück, / sondern bewirkt, was ich will, / und erreicht all das, wozu ich es ausgesandt habe." Jes 55,11 Der Apostel Jakobus steigt hier ein und wähnt hingegen: "Wer sich in seinen Worten nicht verfehlt, ist ein vollkommener Mann und kann auch seinen Körper völlig im Zaum halten." Jak 3,2 Der hl. Paulus hingegen wähnt sogar: "Denn der Buchstabe tötet, der Geist aber macht lebendig." 2 Kor 3,6 Warum Sokrates? Weil unter Hosea 4,6 vom Gegenteil die Rede sei: "Mein Volk stirbt weil ihm die Erkenntnis fehlt." Ein Fazit dazu kehrt mit der Menschwerdung des Wortes Gottes ein, dessen Empfang alle Gotteserkenntnis beinhaltet.
Kardinal: „Kreuze aufrechterhalten“ - Das Kreuz als Zeichen der Versöhnung, ja allerdings muss man dazusagen, dass es hierbei um die Versöhnung zwischen Gott und Mensch geht. Mensch und Mensch stehen einander bedingungslos gegegenüber, sind selber Crux.
Albert Einstein über Schopenhauer – Ich glaube nicht an die Freiheit des Willens. – Nun, Freiheit des Willens ist wohl ein Gegenstand, denn ohne jener Freiheit setzt hierbei Schopenhauer auf die Mehrheit einer Naturreligion. Das mag richtig sein, aber was fängt man mit dem Wissen einer Mehrheit an? Prinzip der Individualität ist es, Erfahrungen im Leben zu gewinnen, die man nicht lehren oder vermitteln kann; persönlich und allzupersönlich.
Ich weiß nicht, warum die alten Lieder gesungen werden. Ein Stück Freiheit vielleicht, zu wissen woher man kommt, wohin man geht und doch ist diese Tradition ein Ungemach, wie eine falsche Hoffnung auf welche man Hymnen singt.
„Selbstbezogenheit ist ein großes Übel.“ Christoph Kardinal SchönbornDas ist ein falsches Zeugnis, aber er geht eh jede Woche beichten und kommendes Jahr haben wir ein Jubeljahr. Insofern braucht man nicht so kleinlich sein.
"Ich bin neidisch auf das erste Wort in diesem Satz." Douglas R. Hofstadter - und "Das ist ein Satz mit Pommes und Majo." Stichwort Rekursionen.
Wissen ist Macht, aber kein präsentes oder latentes Wissen. Wissen ist der Umstand der Suggestion, Fundament und insofern erhaben.
Was ist Versöhnung? Einen Sinn loszulassen. "Wenn nun das Licht in dir Finsternis ist, wie groß muss dann die Finsternis sein!" Mt 6,23