und dann ist das Hipponax: "Hier liegt Hipponax, jenes Dichters, Asche. - Bist du ein Böser; nah dich nicht dem Grabe! Doch bist du gut, und stammst von bidern Eltern, so setze dich, und, wenn du willst, entschlummere." - Das ist das, dieses "entschlummre". Das bezieht sich auf die Grammatik, wenn etwas absackt, dann war es Hipponax. Diese Philologen und ihre Väter. Für die antiken Griechen galt natürlich "entitas" (ich bin die Seiensheit) und insofern: sit tibi terra levis! (möge dir die Erde leicht sein) und das Absacken ist halt die Schwere in der Grammatik. Phänomene kann man nur retrospektive ansehen.

"Behandle mich nicht wie ein Kind, und mute mir nicht greifliche Absurditäten an. Ich gelange durch den Satz des Grundes erst zu Dingen ausser mir; wie kann ich denn hinwiederum erst durch sie, diese Dinge ausser mir, zu diesem Satze gelangt sein?" Johann Gottlieb Fichte - Die Bestimmung des Menschen.

Dionysos wurde dem Mythos nach als Kind von Titanen zerstückelt, also zerrissen. Diese Zerrissenheit der "göttlichen Wildheit", wie sie Marcel Detienne beschreibt, die dem Mythos nach als "Der, der ohne Bilder ist, in sich gefangen den Urschmerz und sein Urecho" beschreibt, den Arthur Janov aufgriff. Es ist und bleibt ein Mythos, der allerdings auch auf die Befangenheit der griechischen Tragödie respondiert. Einleitend für das Verständnis kann man hierzu wirklich nur Nietzsches Frühwerk "Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik" anführen, als der dionysische Künstler, der eigentlich als ein Satyr anmutet, ein Bock der zum Gärtner wurde. Das Gleichmaß seiner Gestaltung ansieht, hegt, pflegt und dabei einen Dithyrambus schwelgert.

Gekreuzigter Stern