Die Welt ist nicht frei von Bedrängnis. Alles hat sein Maß; oder wie Goethe sagt: Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis. Der Rest ist also Eitelkeit. Abgesehen von diesem Fall. Der Antichrist war schon vorher da, also die Sünde gab es schon vorher. Beichte ist wohl die wahre Empfänglichkeit, denn wenn ich keine Gnade habe, bin ich der Sünde ausgeliefert!
Politik macht gerade Aufsehen wegen Hexenverbrennungen. Ich denke, damals war man der Auffassung eines Limbus, wenngleich das Fegfeuer viel länger schon bekannt war. Dh. Papst Gregor der Große (590-604) hatte die Lehre eingeführt und dann kam man aber erst im Mittelalter zu dieser Verfolgung, welche die Gottferne meinte und die den Limbus kennzeichnet. So sagt man, dass die Hexenverfolgung dort am Stärksten war, wo man am Deutlichsten vom Glauben abgefallen war. Es war also auch hier, eine Angst vor dem Limbus und aus dieser Angst heraus, schürte man das Feuer, als Bekenntnis zum Fegfeuer. Eine seltsame Idiosynkrasie. Gottferne, die vom Menschen gemacht ist, erkannt ist, darf zu keinem Urteil führen. Man weiß nicht, wie Gott da den Menschen berührt oder heimführt. Es gibt ein Glaubensbekenntnis und das entzieht sich der menschlichen Relevanz, sondern bekennt Christus als den Gottmenschen.
Was sind die Kennzeichen des Limbus? Gottferne, Gott der selber das Licht ist, das jeden Menschen erleuchtet. Es herrscht also absolute Finsternis im Limbus und ist nur Zustand. Dieser Zustand ist die absolute Angst, weil Gott nicht mehr da ist, als Ort der Gottferne. Diese Angst entzieht sich den irdischen Sinnen, ist also nur Zustand. Blickt man in das Angesicht, die Fratze von Satan, so ist es ein Zustand des Limbus, als die geformte, manifestierte Erkenntnis, Gott verraten zu haben.
Jede menschliche Lehre, entwirft zugleich einen Schatten. Das beste Beispiel hierfür ist das Evangelium, ohne einem Schatten. Licht von Licht und trotzdem kann man sich nicht erwähren, von 33.000 christlich meinenden "Konfessionen", wobei nur eine von ihnen eine logische Vererbung hat. Eine Ausnahme sind sicher auch die Dogmen als Glaubensdoktrin, sind aber kein Evangelium sondern eine Privatoffenbarung der Kirche. Sie sind nicht anbetungswürdig, wie das Evangelium.
Man muss sich die Einsamkeit Gottes darin vorstellen. Abgesehen davon, dass es aufgrund dieser Einsamkeit Gebet gibt, ist er aufgrund seiner Gottheit in drei Personen, ein Gott der keinen Ort findet, wohin er sein Haupt legen kann. Wovon soll Gott träumen? Das war wohl die Grundfrage des Kindes Jesu, das im Arm seiner Mutter die Kindschaft Gottes träumt.