"Auf meiner TräumereiRauschenden Flügeln kommt ein neuer, hoherPoetischer Gedanke mir; ihm ein' ichDas alte tote Glück in meiner Seele."Dschenab Schehabüddin Bey, 19. Jh., türkische Liebeslyrik. Bei dieser Art der Poesie sieht man, welche Perfektion diese Sprache erreichen konnte. Die alte asiatische - und neue europäische Schule der Poesie insgesamt ist unerreicht. Goethe, Hölderlin, Schiller, Heine, Morgenstern und wie sie alle heißen, konnten nicht einen Flügelschlag dieser Perfektion erreichen. Entfernt erinnert es natürlich auch an die Poesie des König Salomo.

Der Ansatz eines praktischen Nihilismus ist ein Fatalismus, ein Reizreaktions-Nihilismus, kann man fast sagen, aber hier gilt das an den Pflock des Augenblickes gekettete Schaf, ich möchte sagen eher das Straucheln eines Schafes, das sich an einem Busch verfangen hat. Das Gleichnis vom guten Hirten, der die 99 Schafe zurücklässt, um das eine gestrauchelte Schaf zu finden, zu befreien. Es ist ein analytisches Thema. Es ist halt die Frage, ob das nicht zu einer Synthese führt. Analytische Philosophie kann nur Metaphysik sein und die Synthese ist das was Nietzsche als die Formel seines Glückes bezeichnet hatte: Ein Ja, ein Nein, eine gerade Linie - ein Ziel. Also, das wäre die Synthese, die Falsifizierung. Zuerst sind es hundert Schafe, dann tritt eines aus dem Schatten des guten Hirten. Erinnern wir uns an den Schöpfungsmythos:"So benutzt der hebräische Originaltext an der erwähnten Stelle keineswegsdas Wort "tmuna" für Bild, Abbild oder Ebenbild. Der verwendete hebräischeBegriff lautet "zelem" bzw. "be zelem", was "Schatten" bzw. "im Schatten"bedeutet. Damit wird eine dem Menschen eigene Gottesnähe verstanden, der im göttlichen "Abglanz" erschaffen wurde" Zitat EndeEs geht da eher um die Schöpfung, bei diesem Gleichnis vom verlorenen Schaf. Das heißt eigentlich nur, dass der Schöpfungsmythos noch nicht abgeschlossen ist, kein Ereignis ist, welches ein Phänomen war, so wie die Tage der Schöpfung, mit ihrer steten Wiederholung des ewig gleichen. Sie ist nicht abgeschlossen. So kommt man auch im Jahrkreis zu einer ähnlichen Erkenntnis. Wir befinden uns im Jahr des Herrn und so ist der kirchliche Jahrkreis etwas stetes, so wie die Kreise des Archimedes und ob da eine Metaphysik möglich ist, glaube ich eigentlich weniger. Es sind in sich selbst geschlossene Ereignishorizonte.