Sünde ist halt das Maß, mit dem man misst. Diese Gestalt ohne einem Größenbezug ist wahrlich in jedem Sinne ein Koloss. Eine Sünde hat gereicht um alles zu verändern! Wir begreifen uns daher als Sünder und selbst große Heilige hielten sich für große Sünder. Man überhebt sich so leicht, aber solange wir auf Erden sind, nehmen wir Anteil am Leben, das Leben an uns und eine neutrale Sünde gibt es nicht. Auch die Entscheidung nicht zu entscheiden, mag eine Sünde sein. Die Engel, die neutral bleiben wollten, fielen ebenso aus dem Himmel. Auch Adam hat sich nicht auf Eva herausreden können. Beide wurden vertrieben. Diese onthologische Wahrheit umfasst die ganze Menschheit, nur Maria blieb von der Sünde unbefleckt! Sie ist demnach der vollkommene Mensch, den Gott von dieser Erbschuld verschont hat, welche die ganze Menschheit umfasst! Sieht man auf die Tugenden, so haben wir die Demut, die Reinheit und die wahre Gottesliebe als das Tribut der Einsicht in die Gnaden, welche diese Person vor Gott erfuhr. Und da ist eigentlich diese Nähe zu David, wo sie diesen Koloss bezwungen hat, als Person, als Frau, als Mensch, der als Ausnahme dieses Wunder der Menschwerdung bekräftigt hat, indem sie der Welt den Erlöser geschenkt hat, aus dieser Frucht der Tugend ihres Herzens.

Wenn Paulus nun auf das Gesetz der Sünde anlehnt, so hat er sicherlich recht, denn es ist die Gewohnheit, welche die lässliche Sünde ausmacht. Dieser Satz ist sicherlich ebenso schwammig, aber man merkt ansonsten im Herzen, wenn man eine schwere Sünde begeht. Vielleicht ist lässlich auch in diesem Zusammenhang nicht das richtige Wort. Sünden, die man immer wieder begeht, werden Sünden aus Gewohnheit, die innere Stimme wird zum Schweigen gebracht und überspielt. Die Natur der Sünde ist es jedoch, tödlich zu sein und die Heiligen, die großen Asketen übten sich in der Ertötung des Fleisches, abgesehen von den Anwandlungen der Flagellanten.