Sir 31
2 Die Sorge um den Lebensunterhalt verscheucht den Schlummer, /
mehr als schwere Krankheit vertreibt sie ihn.
mehr als schwere Krankheit vertreibt sie ihn.
3 Der Reiche müht sich ab, um ein Vermögen zu sammeln; /
ist er zur Ruhe gekommen, frönt er dem Genuss. 2
ist er zur Ruhe gekommen, frönt er dem Genuss. 2
4 Der Arme plagt sich und verbraucht seine Kraft; /
wenn er ruht, muss er hungern.
wenn er ruht, muss er hungern.
5 Wer das Gold liebt, bleibt nicht ungestraft, /
wer dem Geld nachjagt, versündigt sich.
wer dem Geld nachjagt, versündigt sich.
7 Eine Falle ist das für den Toren, /
jeder Einfältige lässt sich damit fangen.
jeder Einfältige lässt sich damit fangen.
9 Wo gibt es den? Wir wollen ihn preisen. /
Denn Staunenswertes hat er in seinem Volk vollbracht.
Denn Staunenswertes hat er in seinem Volk vollbracht.
10 Wo gibt es einen, der sich in solcher Prüfung bewährt hat? /
Das wird ihm zur Ehre gereichen. Wer konnte sündigen und sündigte nicht, /
Böses tun, tat es aber nicht? 5
Das wird ihm zur Ehre gereichen. Wer konnte sündigen und sündigte nicht, /
Böses tun, tat es aber nicht? 5
Das Benehmen bei Tisch: 31,12 - 32,13
12 Mein Sohn, sitzt du am Tisch eines Großen, /dann reiß den Rachen nicht auf!
13 Sag nicht: Es ist reichlich da. /
Denk daran, wie hässlich ein gieriges Auge ist. Schlimmeres als das Auge hat Gott nicht erschaffen; /
darum muss es bei jeder Gelegenheit weinen.
Denk daran, wie hässlich ein gieriges Auge ist. Schlimmeres als das Auge hat Gott nicht erschaffen; /
darum muss es bei jeder Gelegenheit weinen.
14 Wohin schon ein anderer blickt, /
dahin streck deine Hand nicht aus, /
sonst triffst du mit ihm in der Schüssel zusammen.
dahin streck deine Hand nicht aus, /
sonst triffst du mit ihm in der Schüssel zusammen.
15 Sorge für einen Nächsten wie für dich selbst /
und denk an all das, was auch dir zuwider ist.
und denk an all das, was auch dir zuwider ist.
16 Iss wie ein gesitteter Mann, was vor dir liegt, /
und sei nicht gierig, sonst verabscheut man dich. 7
und sei nicht gierig, sonst verabscheut man dich. 7
17 Hör als Erster auf, wie es der Anstand verlangt, /
und schlürfe nicht, sonst erregst du Anstoß.
und schlürfe nicht, sonst erregst du Anstoß.
18 Auch wenn du unter vielen sitzt, /
streck die Hand nicht vor dem Nachbarn aus!
streck die Hand nicht vor dem Nachbarn aus!
19 Hat ein wohlerzogener Mensch nicht mit wenig genug? /
So wird es ihm in seinem Bett nicht übel.
So wird es ihm in seinem Bett nicht übel.
20 Schmerz, Schlaflosigkeit und Qual /
und Magendrücken hat der törichte Mensch. Gesunden Schlaf hat einer, der den Magen nicht überlädt; /
steht er am Morgen auf, fühlt er sich wohl.
und Magendrücken hat der törichte Mensch. Gesunden Schlaf hat einer, der den Magen nicht überlädt; /
steht er am Morgen auf, fühlt er sich wohl.
21 Hast du dich dennoch von Leckerbissen verführen lassen, /
steh auf, erbrich sie und du hast Ruhe.
steh auf, erbrich sie und du hast Ruhe.
22 Höre, mein Sohn, und verachte mich nicht /
und du wirst schließlich meine Worte begreifen. Bei all deinem Tun sei bescheiden, /
so wird dich kein Schaden treffen.
und du wirst schließlich meine Worte begreifen. Bei all deinem Tun sei bescheiden, /
so wird dich kein Schaden treffen.
23 Wer bei Tisch anständig ist, wird gelobt, /
sein guter Ruf steht fest.
sein guter Ruf steht fest.
24 Wer sich bei Tisch schlecht benimmt, /
wird öffentlich beschimpft, /
sein schlechter Ruf steht fest.
wird öffentlich beschimpft, /
sein schlechter Ruf steht fest.
26 Wie der Ofen das Werk des Schmiedes prüft, /
so ist der Wein eine Probe für die Zuchtlosen.
so ist der Wein eine Probe für die Zuchtlosen.
27 Wie ein Lebenswasser ist der Wein für den Menschen, /
wenn er ihn mäßig trinkt. Was ist das für ein Leben, wenn man keinen Wein hat, /
der doch von Anfang an zur Freude geschaffen wurde? 9
wenn er ihn mäßig trinkt. Was ist das für ein Leben, wenn man keinen Wein hat, /
der doch von Anfang an zur Freude geschaffen wurde? 9
28 Frohsinn, Wonne und Lust bringt Wein, /
zur rechten Zeit und genügsam getrunken.
zur rechten Zeit und genügsam getrunken.
29 Kopfweh, Hohn und Schimpf /
bringt Wein, getrunken in Erregung und Zorn.
bringt Wein, getrunken in Erregung und Zorn.
31 Beim Weingelage nörgle nicht am Nachbarn herum, /
verspotte ihn nicht, wenn er heiter ist. Sag zu ihm kein schmähendes Wort /
und streite mit ihm nicht vor den Leuten! 11
verspotte ihn nicht, wenn er heiter ist. Sag zu ihm kein schmähendes Wort /
und streite mit ihm nicht vor den Leuten! 11
1 1-36,13: G hat 33,16 - 36,13 hinter 30,25 eingereiht; vgl. Anm. zu 33,16-33 und zu 36,16. Vg stimmt in der Kapitelzählung mit H und S überein, hat aber infolge von Doppelübersetzungen und Einschüben eine abweichende Verszählung. Hier wird die Kapitelzählung nach H und Vg, die Verszählung aber nach G beibehalten.
2 ℘ 11,18f
3 Übersetzung unsicher. Andere Übersetzungsmöglichkeit: Zahlreich sind die Schlingen des Goldes und die Stricke an den Perlen.
4 8a: Andere Übersetzungsmöglichkeit: Wohl dem Reichen. 8b: aus Habgier, wörtlich: hinter dem Gold her (G), oder: hinter dem Mammon her (H und S); das Wort «Mammon» begegnet hier zum ersten Mal.
5 10a: Text korrigiert nach G und Vg.
6 ℘ 39,10; 44,15
7 ℘ Spr 23,1f
8 ℘ Spr 20,1
9 ℘ Ps 104,15; Koh 10,19
10 ℘ Spr 23,29-35
11 ℘ 22,22