Sir 24
2 Sie öffnet ihren Mund in der Versammlung Gottes /
und rühmt sich vor seinen Scharen:
und rühmt sich vor seinen Scharen:
5 Den Kreis des Himmels umschritt ich allein, /
in der Tiefe des Abgrunds ging ich umher.
in der Tiefe des Abgrunds ging ich umher.
6 Über die Fluten des Meeres und über alles Land, /
über alle Völker und Nationen hatte ich Macht.
über alle Völker und Nationen hatte ich Macht.
7 Bei ihnen allen suchte ich einen Ort der Ruhe, /
ein Volk, in dessen Land ich wohnen könnte.
ein Volk, in dessen Land ich wohnen könnte.
8 Da gab der Schöpfer des Alls mir Befehl; /
er, der mich schuf, wusste für mein Zelt eine Ruhestätte. Er sprach: In Jakob sollst du wohnen, /
in Israel sollst du deinen Erbbesitz haben.
er, der mich schuf, wusste für mein Zelt eine Ruhestätte. Er sprach: In Jakob sollst du wohnen, /
in Israel sollst du deinen Erbbesitz haben.
10 Ich tat vor ihm Dienst im heiligen Zelt /
und wurde dann auf dem Zion eingesetzt.
und wurde dann auf dem Zion eingesetzt.
11 In der Stadt, die er ebenso liebt wie mich, fand ich Ruhe, /
Jerusalem wurde mein Machtbereich.
Jerusalem wurde mein Machtbereich.
12 Ich fasste Wurzel bei einem ruhmreichen Volk, /
im Eigentum des Herrn, in seinem Erbbesitz.
im Eigentum des Herrn, in seinem Erbbesitz.
13 Wie eine Zeder auf dem Libanon wuchs ich empor, /
wie ein wilder Ölbaum auf dem Hermongebirge.
wie ein wilder Ölbaum auf dem Hermongebirge.
14 Wie eine Palme in En-Gedi wuchs ich empor, /
wie Oleandersträucher in Jericho, wie ein prächtiger Ölbaum in der Schefela, /
wie eine Platane am Wasser wuchs ich empor. 5
wie Oleandersträucher in Jericho, wie ein prächtiger Ölbaum in der Schefela, /
wie eine Platane am Wasser wuchs ich empor. 5
15 Wie Zimt und duftendes Gewürzrohr, /
wie beste Myrrhe strömte ich Wohlgeruch aus, wie Galbanum, Onyx und Stakte, /
wie Weihrauchwolken im heiligen Zelt. 6
wie beste Myrrhe strömte ich Wohlgeruch aus, wie Galbanum, Onyx und Stakte, /
wie Weihrauchwolken im heiligen Zelt. 6
16 Ich breitete wie eine Terebinthe meine Zweige aus /
und meine Zweige waren voll Pracht und Anmut.
und meine Zweige waren voll Pracht und Anmut.
17 Wie ein Weinstock trieb ich schöne Ranken, /
meine Blüten wurden zu prächtiger und reicher Frucht.
meine Blüten wurden zu prächtiger und reicher Frucht.
19 Kommt zu mir, die ihr mich begehrt, /
sättigt euch an meinen Früchten!
sättigt euch an meinen Früchten!
20 An mich zu denken ist süßer als Honig, /
mich zu besitzen ist besser als Wabenhonig. /
[Mein Andenken reicht bis zu den fernsten Generationen.] 89
mich zu besitzen ist besser als Wabenhonig. /
[Mein Andenken reicht bis zu den fernsten Generationen.] 89
21 Wer mich genießt, den hungert noch, /
wer mich trinkt, den dürstet noch.
wer mich trinkt, den dürstet noch.
22 Wer auf mich hört, wird nicht zuschanden, /
wer mir dient, fällt nicht in Sünde. /
[Wer mich ans Licht hebt, hat ewiges Leben.]
wer mir dient, fällt nicht in Sünde. /
[Wer mich ans Licht hebt, hat ewiges Leben.]
Weisheit und Gotteswort: 24,23-34
23 Dies alles ist das Bundesbuch des höchsten Gottes, /das Gesetz, das Mose uns vorschrieb als Erbe für die Gemeinde Jakobs. 10
25 Es ist voll von Weisheit, wie der Pischonfluss (voll Wasser ist), /
wie der Tigris in den Tagen der ersten Ähren;
wie der Tigris in den Tagen der ersten Ähren;
26 es strömt über von Einsicht, /
ähnlich der Flut des Eufrat, /
ähnlich dem Jordan in den Tagen der Ernte;
ähnlich der Flut des Eufrat, /
ähnlich dem Jordan in den Tagen der Ernte;
27 es fließt von Belehrung über, ähnlich dem Nil, /
ähnlich dem Gihon in den Tagen der Weinlese.
ähnlich dem Gihon in den Tagen der Weinlese.
28 Wer als Erster es erforschte, kam nicht ans Ende, /
ebenso wenig ergründet es der Letzte.
ebenso wenig ergründet es der Letzte.
29 Übervoll wie das Meer ist sein Sinn, /
sein Rat ist tiefer als der Ozean.
sein Rat ist tiefer als der Ozean.
31 Ich dachte: Ich will meinen Garten tränken, /
meine Beete bewässern. Da wurde mir der Kanal zum Strom /
und mein Strom wurde zum Meer.
meine Beete bewässern. Da wurde mir der Kanal zum Strom /
und mein Strom wurde zum Meer.
32 So strahle ich weiterhin Belehrung aus wie die Morgenröte, /
ich lasse sie leuchten bis in die Ferne.
ich lasse sie leuchten bis in die Ferne.
33 Weiterhin gieße ich Lehre aus wie Prophetenworte /
und hinterlasse sie den fernsten Generationen.
und hinterlasse sie den fernsten Generationen.
34 Seht, nicht allein für mich habe ich mich geplagt, /
sondern für alle, die Weisheit suchen.
sondern für alle, die Weisheit suchen.
1 1-22: Zur Personifizierung der Weisheit vgl. die Einleitung zu Spr.
2 ℘ Spr 2,6
3 ℘ Weish 9,4
4 ℘ Spr 8,22-31
5 14b: «Oleandersträucher» nach S; kaum richtig G: Rosensträucher.
6 Nennt die aromatischen Bestandteile des Weihrauchs.
7 Nur wenige Textzeugen von G und Vg haben diesen Vers; Vg: Ich bin die Mutter der schönen Liebe, der Gottesfurcht, der Erkenntnis und der frommen Hoffnung. In mir ist alle Lieblichkeit des Weges und der Wahrheit, in mir alle Hoffnung des Lebens und der Tugend.
8 ℘ Ps 19,11
9 20.22: Die Zusätze nur in lateinischen Textzeugen.
10 ℘ Dtn 33,4; Bar 4,1
11 Schlecht bezeugter Zusatz, der in G anders lautet als in Vg.
12 30-34: Der Weisheitslehrer wollte zunächst einen kleinen Ausschnitt vom Strom der Weisheit abzweigen, wurde aber von der Fülle ihres Reichtums mitgerissen.