Mose und der brennende Dornbusch. Ich bin der ich bin und dann hat sich Mose das zueigen gemacht. Zuletzt wird noch um seinen Leichnam gestritten. Es muss schwer gewesen sein, die Gerechtigkeit an ihm zu erfüllen. Interessant ob der Psyche und dann sagt Jesus, Mose klagt an, wenngleich man auf diesen seine Hoffnung setzte. Ihn als ein Original der Geschichte zu sehen, vor allem welcher Geschichte? Es ist nicht die Heilsgeschichte unter welcher er gerne gesehen wird. Ein Sohn Kains. Dennoch wirkte Gott an ihm barmherzig. Gott erprobte seine Macht. Nicht obgleich der Wunder die Mose tat. Das war ein Zutun der Engel. Die Macht lag freier in der Erprobung des Erbarmens, das ohne einem Langmut auskam, wenngleich es doch 40 Jahren waren. Bei dem Propheten Elija verhält es sich natürlich ähnlich, denn auch er machte sich vor dem Allerhöchsten schuldig, indem er an den Baalspriestern Menschenopfer vollzog. Er fuhr gen Himmel und kehrte doch als Johannes der Täufer zurück, wie Jesus bezeugte, um durch das Schwert zu fallen. Ev. kann man dieses Verhalten als Sühne betrachten, gemindert, aber vor Elija warnte Jesus nicht, sondern von der Person des Mose. Weshalb setzten die Juden nicht auf Elija ihre Hoffnung, dem Patron der Sterbenden? Jesus selbst rief am Kreuz nach Elija. Diese Verwandtschaft von Mose zu der "ich bin der ich bin" Idee inspiriert natürlich zu einem Imago, welches sich später in der Sohnschaft zeigt; bei Abraham ist es genau dieser Erstgeborene, welcher Gott geweiht ist. Ausgehend eben von diesem "ich bin", wo der Fiat Mariens noch völlig unbekannt war, der ja "ich werde" bedeutet. "Ich werde" bekundet die Vorsehung, während "ich bin" das Schicksal mimt. Beides hat Vor- und Nachteile. Aus einem Heiligen kann ein großer Sünder werden und umgekehrt, kann aus einem großen Sünder eben ein Heiliger sich entwickeln. Wenn man nun sagt, man sei ein großer Sünder, hat man in jedem Fall recht, denn niemand ist gut außer Gott, sagt Jesus. Wenn man aber sagt "Ich bin der ich bin", als das Schicksal, welches eintritt, als die Sonne die scheint, als die Wetterkapriole an sich, als der Urheber, das Vermächtnis, so bleibt demnach ein Testament der Fülle.

De facto geht es bei der Person Mose nicht um einen Fehlgriff, denn man hat es in der Bibel und dem Glauben damit zu tun, dass man seine eigene Person, seine Meinung zurückstellt. Man kann so besser verstehen und lernen, was ein Ereignis im Kontext bedeutet. Es ist keine Rechtfertigung für dieses oder jenes enthalten, denn auch Jesus schwieg, ecce homo. "Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile." (Aristoteles) Diesem Ansatz zufolge muss man transzendieren, weil jeder nimmt sich einen Teil von dem Herrn der Geschichte, so wie wir die Heilige Kommunion empfangen. Ist Mose also eine Rechtfertigung Gottes für die Übel in der Welt? Ist Mose eine Theodizee? Zweifelsohne hatten die Engel mit der Person des Mose gefallen, denn ein messianischer Führer, war von der Eschatologie getrennt. Die Bundeslade als eine völkerweisende Bedingung des Lebens, wovon eine Trennung von Licht und Finsternis ausströmte. Dabei spielte es keine Rolle ob müssen oder sollen, da in jedem Fall deterministisch. "Der Mensch kann zwar tun was er will, aber es kann nicht wollen, was er will" sagt Schopenhauer. Es ist ein lausiger Komplex. "Der Mensch fragt wohl einmal das Tier: warum redest du mir nicht von deinem Glücke und siehst mich nur an? Das Tier will auch antworten und sagen: das kommt daher, daß ich immer gleich vergesse, was ich sagen wollte – da vergaß es aber auch schon diese Antwort und schwieg: so daß der Mensch sich darob verwunderte." Nietzsche