Die Vorsehung und Gottes Wille geschehe; das sind zwei Kriterien, an denen sich die Schöpfung bedient. So wird ein Opfer durch den Willen Gottes im Zuge der Vorsehung gebracht, denn warum sollte ein Gott der Liebe anders handeln? Freilich, man kann sich den Trost entziehen, was keine Beleidigung der Gottheit ist, sondern ein Akt des freien Willens. Hat man Schmerzen und nimmt keine Medizin dagegen, kann das als ein Akt der Sühne gesehen werden, indem durchaus Gott darin geehrt wird, dass man hierin alleine seiner Vorsehung vertraut, sich darauf verlässt, doch das sind Ausnahmen. Der Tröster-Gott und der Erlöser-Gott, zwei und doch sind es drei, wobei Vater und der Sohn im Erlöser-Gott eins sind, aber den Trost kann man sich entziehen. Man tut das vielleicht auch um Erbarmen beim Erlöser-Gott zu erhalten. Die Frage ist nur, warum man das tun sollte. Es gibt kein direktes Dafür und ist eine persönliche Angelegenheit, wenn man sich den Trost entzieht und manchmal ist es auch kein Opfer, sondern geht nebenher im Rahmen der Vorsehung. Fakt ist, dass auch der Stand der Gnade eine Sühne vorsieht und es auch selbst ein Sühneweg ist. So vergibt die Kirche Ablässe von verdienten Sündenstrafen, Tage die man im Fegfeuer dadurch weniger zu leiden hat und man weiß, dass im Fegfeuer dasselbe Feuer brennt wie in der Hölle, nur zeitlich begrenzt. So können Werke der Barmherzigkeit das zeitliche Leiden mindern, Almosen, die jemand gibt oder eben Verzicht, den man übt, als eine Tugend der Demut. Die Beichte ist wie ein Spiegel in den man blickt und vorbei geht und dabei vergisst, wie man aussah, wie der hl. Jakobus mahnt. Ja, wir sind Sünder und die hl. Therese von Lisieux sagte, dass ein Sünder jener wäre, der die Sünde liebt und diese Abgeschiedenheit von Gott fordert immerzu wieder Erlösung, Befreiung durch das teure Lösegeld, das Christus zur Tilgung unserer Sündenschuld vorsah. Wir müssen es nicht zurückzahlen, aber wir tun gut daran, die Gottesliebe und die Nächstenliebe zu üben, als einen Schatz den man sich im Himmel macht. Diesen Weg der Sühne, als eine Tugend zu üben, darin liegt der Stand der Gnade und sein Bestehen. Man kann sie allzu leicht verlieren und doch weiß Gott das, dennoch währt seine Treue die uns daran erinnert, dass wir Staub sind und zum Staub zurückkehren, wie das Sakrament der Beichte eine Tauferneuerung ist, um die seligmachende Anschauung Gottes nie zu verlieren. Aus diesem Grund ist es notwendig für das Seelenheil zu beichten und die Sühne zu leisten, die uns diese Vorsehung schenkt. Die Heiligkeit besteht nicht in großen Werken, sondern im Erhalt der Gnade und das fängt beim Gottesdienst an, im Lobe Gottes.
Die Theorie, dass Andere sühnen, ist halt auch nicht einfach. Man hat einerseits die Flagellanten und dann die Heiligen, die sich für andere aufopfern. Wo liegt da der Gradmesser? Wenn bspw. die hl. Therese von Lisieux für die Priester ein Opfer bringen wollte, dann haben wir da dieses sakrosankte Selbstopfer, allerdings für den Mehrwert der Priester und sie hat ihren Glauben bewiesen. Wenn sich ein Mensch selber Qualen antut, da unterscheidet die Heilige es sei Selbstsucht. Sie legt also da den Gradmesser an, indem ihr Opfer eines für die Priester war. Man kann das dann philosophisch weiterspielen, dieses Opferverhalten oder gehen wir zum Anfang: Abraham und sein Sohn, den er opfern sollte und dann hat aber Gott das Rauchopfer vorgezogen, den Sohn Abrahams verschont, seinen eigenen aber nicht. Es ist schwierig. Dann muss man die Frage stellen: Wer ist wie Gott? Abraham war es nicht und dann steht auch wiederum das Opfer der hl. Therese von Lisieux in einem anderen Licht, wo doch Gott - der Vater selber dieses Opfer vollbracht hat und wir wissen, er ist ein eifernder Gott. Es lasst sich das auch nicht nehmen, denn Sein ist alle Ehre und es macht auch keinen Sinn darüber zu diskutieren. Flagellanten wurden entlarvt und so hat man aber in der Geschichte der Heiligen oft solche Phänomene. Der hl. Maximilian Kolbe, opferte sich auf um einen Familienvater zu retten oder Nonnen opfern ihr Leben, um andere zu retten; ein Opfer der Gerechtigkeit wegen. Dann steht nämlich das zum Diskurs, obwohl Jesus gesagt hat, dass ohne Liebe das Opfer sinnlos ist und dann haben wir auch noch das Dogma Extra ecclesiam nulla salus. Also irgendein Opfer für irgendwas, ist da gar nicht zulässig, um zum Seelenheil zu gelangen. Ein Dogma ist der härteste Termini, den wir haben. Es bleibt also schwierig, ein sehr schmaler Pfad durch Gerechtigkeit ein Selbstopfer darzustellen. Das ist nicht das, was Jesus will, der will uns kein hartes Joch auflegen, sondern eines, das nicht drückt und das drückt halt, weil man spekuliert und das hat ein Heiliger nicht nötig. Es muss in sich selbst gerechtfertigt wahr sein. So haben wir Heilige mit Stigmata und auch das ist nicht einfach. Ich glaube nicht, dass Jesus das wollte, dass wir uns grämen sollen. Er wollte, dass wir aufatmen und frei sind. Die Kirche hat die Sakramente und sie sind Beweis dafür, dass Gott uns liebt und wem das nicht genügt, der hat freilich die Selbstsucht!
"Lass die Toten ihre Toten begraben" Lk 9,59