"Wurm und kein Mensch" Ps 22,7 gerade der Gedanke ist schwierig. Natürlich kann man ihn a priori auf Christus beziehen, aber das wäre doppelbödig, weil ich mich im Leid auf Christus selber beziehe und keinesfalls an Psalmen festhalte. Das sind Lieder und ich singe keine Klagelieder. Deshalb halte ich Abstand davon, außer ich werde dazu gezwungen Klagelieder zu singen. Es wäre undankbar. Besonders im Leid, wo uns die Schwäche heimsucht. Es wäre ein Rückschritt vom neuen Testament in das alte Testament. Wozu dann der Fortschritt? Dann kann ich gleich den heiligen Josef anrufen, der ein Sohn Davids war und Jesus, vom Heiligen Geist empfangen, Davidsohn im Sinne eines Waisen. Also, halte man am Heiland fest! David starb in seinen Sünden. Auch der Gerechte hat Sünden; David mordete Goliath, Mose war ein Mörder und wer seinen Bruder hasst, ist auch nicht besser dran. Selbst Elija wurde gerichtet. Niemand ist besser. Das Allerwichtigste ist die Gottesfurcht. Wie soll es da eine Nächstenliebe geben, wenn man keine Gottesfurcht kennt? Sie ist eine Tugend. Wozu wäre die Demut Mariens so hoch gepriesen, wenn es nicht die Gottesfurcht ist, welche der Antrieb aller Demut ist. Begegnen wir Gott in Demut, begegnet er uns mit Sanftmut. Also, was man von anderen erwartet. Ein Wurm hat weder Seele, noch wurde ihm von Gott der Lebensatem éingehaucht, wie dem Menschen, keinem Tier. Keine Tier hat eine Seele, kein Engel hat eine Seele, keine Pflanze und kein Mineral. Also ist es doch gotteslästerlich, was in diesem Psalm zu lesen ist. Auch in Betracht, dass hier das Bild zu seinem Künstler sagt, ich bin schlecht, oder falsch, oder eben ein schlangenartiges Insekt. Undankbarkeit ist das! Mit dem Evangelium sind die Offenbarungen abgeschlossen.

Das ist die Welt, wie Gott sie sich vorstellt. Es gibt keine bessere Vorstellung von ihr. Wo Jesus im Vater unser sagt, dein Wille geschehe, bekräftigt das keine andere Vorstellung von ihr, die Gott gewinnen könnte, denn es würde der Seele Schaden zufügen. A priori gelte daher auch nicht die Welt, sondern die Seele, die ein Teil des Willens ist. Stichwort: Theodizee

Die Kirche ist ein Leib und wir teilen uns das Leid; Mitleid. "Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!, während du den Balken in deinem eigenen Auge nicht siehst? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen." Lk 6,42

Weisheit - Gottvertrauen: "Besser, sich zu bergen beim Herrn, / als auf Menschen zu bauen." Ps 118,8 - omnis homo mendax. Warum lügen alle Menschen? Wegen dem Gottvertrauen; Gott wird immer zu seiner Ehre wirken, er wird verherrlicht wenn sich ein Mensch selber verleugnet, aber ein falsches Zeugnis abzulegen, ist prekär. Estote prudentes, sicut serpentes; et simplices sicut columbae. Das Kalkül, der Wirrsal "Euer Herz lasse sich nicht verwirren." Joh 14,1 und "Niemand soll euch verachten" Kol 2,18 Also ist es ein Gleichmut und keine Gleichgültigkeit, denn "Prüft alles und behaltet das Gute!" 1 Thess 5,21 Nehmen wir zB. den Gleichmut des hl. Josef, wenn wir hier auf den Psalm referenzieren. Dieses ora et labora und deshalb haben wir auch die Feiertage, oder Hochfeste.

Das Leben als "eine edle Kinderei und Anfängerei" (F. Nietzsche)