Auszug: "Die Unterrichtsstunde" von Eugène IonescoDas Stück, zum sogenannten "Theater des Absurden" gezählt, liefert eine banale Geschichte. Der Sinn liegt in keiner eigentlichen Botschaft, sondern im Ereignis absurder Situationen, in der Darstellung absurder Verhaltensweisen.Eine Schülerin kommt zu einem Professor am Lande. Sie ist Kind reicher Eltern, deren Wunsch es vor allem sind, dass ihr Kind Erfolg hat, wenn nötig, ihn kauft. Der Professor ist skurril, fast weltfremd auf sein Fachgebiet beschränkt und unterzieht die Schülerin einer eigentümlichen Lehr- und Prüfungsprozedur. Diese "Lektion" steigert sich zum Mord; wie man erfährt, war sie bereits das 40. Opfer. Das Dienstmädchen hilft dem Professor. Während der Professor seine Macht über die Schülerin ausübt, ist das Dienstmädchen die höhere Instanz, die über den Professor triumphiert.Die Sprache ist ein blosses Instrument. Man kann leicht verstehen, was man sagt, nicht jedoch so simpel, was man meint. Zwischen Form und Inhalt klafft ein Abgrund. Darin liegen die Grundschwierigkeiten jeder Kommunikation. Das führt zur Entfremdung. Die wird exemplarisch in Ionescos „absurdem“ komischen Drama dargestellt und vorgeführt.Ein Stück um Gewalt, Macht und Sozialverhältnisse, der Sprache und der Problematik möglicher oder unmöglicher Verständigung. Doch unter der Oberfläche absurder Szenerie verbirgt sich eine pessimistische Sicht über die Entfremdung, die fehlende Authentizität.In der Inszenierung von Geirun TINO wird eine neue, andere Interpretation vorgelegt: der Professor ist nicht der Vergewaltiger und Mörder, der einfach sein Opfer niedermacht, sondern ein Sprachbesessener, der den Traum hat, Sprache könne Sinn und Welt konstituieren und Verständigung wäre wirklich möglich. Der Misserfolg führt nicht zum Mord durch ihn, sondern zum Mord durch das Wort, die Sprache: es ist die Erkenntnis, die tötet (Nietzsche klingt hier an und der alte christliche Mythos!).

Ein metaphysisches Problem, weshalb Kommunikation nicht funktioniert. Kommunion funktioniert, also die Annahme des Leibes und Blutes Christi. Hat aber auch nichts mit Babel zu tun. Wir Menschen sind einfach für Gott erschaffen und nicht für einander. Man spricht beim Leib und Blut Christi auch von der Realpräsenz und diese ist ausschlaggebend, in der Kommunion, wo Realpräsenz und Präsenz von Gegenwart zeugen. Man muss sich die Frage stellen: Was nützt mir das für die Ewigkeit? (hl. Aloisius von Gonzaga) Das heilige Messopfer ist eine Sühne, der Messbesuch ist eine Sühne. Die Beichte ist eine Sühne. Sakramentalien sind Sühne.

Das mit der Kommunikation oder Metaphysik ist so wie Zenon, der Elate, welcher gegen die Möglichkeit von Bewegung spricht. Vgl. Zenons Pfeilparadoxon. Und sie bewegt sich doch, ist dann nämlich auch schwer zu sagen. Vgl. Quanten-Zeno-Effekt.