Sir 7

Gefahren für den Weisen: 7,1-17

Tu nichts Böses, so trifft dich nichts Böses. /

Sir 7,1
Bleib der Sünde fern, so meidet sie dich.

Sir 7,2
Säe nicht in Furchen des Unrechts, /
 
damit du es nicht siebenfach erntest. 1

Sir 7,3
Begehr von Gott kein Herrscheramt /
 
und vom König keinen Ehrenplatz!

Sir 7,4
Halte dich nicht für gerecht vor Gott, /
 
nicht für klug vor dem König!

Sir 7,5
Begehr nicht, Herrscher zu werden, /
 
wenn dir die Kraft fehlt, dem Übermut zu steuern; du würdest sonst den Vornehmen fürchten /
 
und deine Ehre beflecken.

Sir 7,6
Setz dich nicht ins Unrecht bei der Versammlung am Tor, /
 
bring dich nicht selbst zu Fall vor der Gemeinde! 2

Sir 7,7
Sinne nicht darauf, die Sünde zu wiederholen; /
 
schon bei einer bleibst du nicht straflos. 3

Sir 7,8
Sag nicht: Auf die Menge meiner Gaben wird Gott sehen, /
 
und wenn ich dem Höchsten opfere, nimmt er es an.

Sir 7,9
Sei nicht kleinmütig beim Gebet /
 
und nicht säumig beim Wohltun!

Sir 7,10
Blick nicht geringschätzig auf einen Verbitterten; /
 
bedenk, dass einer da ist, der erhöht und erniedrigt.

Sir 7,11
Sinne nicht auf Unrecht gegen deinen Bruder, /
 
auch nicht gegen den Freund und Gefährten.

Sir 7,12
Jede Lüge missfalle dir; /
 
denn sie hat nichts Gutes zu erhoffen.

Sir 7,13
Rede nicht heimlich in der Versammlung der Fürsten /
 
und wiederhol nicht die Worte beim Gebet! 4

Sir 7,14
Sei nicht leichtfertig bei der schweren Arbeit auf dem Acker, /
 
denn von Gott ist sie zugewiesen. 5

Sir 7,15
Überschätz dich nicht vor dem Volk; /
 
bedenk, dass der Zorn nicht ausbleibt. 6

Sir 7,16
Demütige deinen Stolz ganz tief, /
 
denn was den Menschen erwartet, ist die Verwesung. [Sag nicht vorschnell: Welch ein Widersinn! /
 
Überlass es Gott und willige ein in seinen Weg!] 78

Sir 7,17

Das rechte Verhalten im häuslichen Kreis: 7,18-28

Wechsle keinen Freund für Geld, /
 
einen treuen Bruder nicht für Gold aus Ofir!

Sir 7,18
Verachte nicht eine kluge Frau; /
 
liebenswürdige Güte ist mehr wert als Perlen.

Sir 7,19
Misshandle einen Sklaven nicht, der dir treu dient, /
 
auch nicht einen Tagelöhner, der sich willig einsetzt.

Sir 7,20
Einen klugen Sklaven liebe wie dich selbst, /
 
verweigere ihm die Freilassung nicht!

Sir 7,21
Hast du Vieh, so schau darauf; /
 
ist es brauchbar, so behalt es!

Sir 7,22
Hast du Söhne, nimm sie in Zucht /
 
und gib ihnen Frauen in jungen Jahren! 9

Sir 7,23
Hast du Töchter, so behüte ihren Leib; /
 
zeig dich ihnen nicht allzu freundlich!

Sir 7,24
Bring die Tochter aus dem Haus, dann zieht die Sorge aus; /
 
doch verheirate sie nur mit einem verständigen Mann!

Sir 7,25
Hast du eine Frau, so verstoße sie nicht /
 
und schenk dein Vertrauen keiner Geschiedenen! 10

Sir 7,26
Ehre deinen Vater von ganzem Herzen, /
 
vergiss niemals die Schmerzen deiner Mutter! 11

Sir 7,27
Denk daran, dass sie dir das Leben gaben. /
 
Wie kannst du ihnen vergelten, was sie für dich taten?

Sir 7,28

Die Erfüllung heiliger Pflichten: 7,29-36

Fürchte Gott von ganzem Herzen, /
 
seine Priester halt in Ehren!

Sir 7,29
Liebe deinen Schöpfer mit aller Kraft /
 
und lass seine Diener nie im Stich!

Sir 7,30
Ehre Gott und achte den Priester, /
 
entrichte ihm den Anteil, wie es dir geboten ist: den Speiseanteil vom Schuldopfer und die freiwillige Abgabe, /
 
die gesetzlichen Schlachtopfer und die heilige Abgabe.

Sir 7,31
Streck deine Hand auch dem Armen entgegen, /
 
damit dein Segen vollkommen sei.

Sir 7,32
Schenk jedem Lebenden deine Gaben /
 
und auch dem Toten versag deine Liebe nicht!

Sir 7,33
Entzieh dich nicht den Weinenden, /
 
vielmehr trauere mit den Trauernden!

Sir 7,34
Säume nicht, den Kranken zu besuchen, /
 
dann wirst du von ihm geliebt.

Sir 7,35
Bei allem, was du tust, denk an das Ende, /
 
so wirst du niemals sündigen.

Sir 7,36
1 ℘ Spr 22,8; Ijob 4,8
2 Vor Parteilichkeit, besonders bei den Gerichtssitzungen am Tor der Stadt, wird im AT oft gewarnt (vgl. Lev 19,15; Spr 17,15; 24,23f; Jes 1,17.23).
3 ℘ 5,5f
4 ℘ 11,8
5 Die Landwirtschaft ist dem Menschen von Gott aufgetragen (vgl. Gen 2,15; 3,23; Jes 28,24-26).
6 ℘ Spr 16,18
7 ℘ Weish 15,10
8 17cd: Fehlt in G und S.
9 23b: Im Orient verheiratet der Vater seine Söhne und Töchter.
10 Im AT waren Polygamie und Ehescheidung möglich (vgl. 25,14; Dtn 24,1; Spr 30,23; Mt 19,7f; Mk 10,4f).
11 ℘ 3,1-16; (27-28) Tob 4,3f